Leitartikel

Februar 2016: Die neue Meisterschule Online

Sascha Schweizer

Vor fast zehn Jahren entwickelte ich als Bundesvorstand Berufsbildung den ersten E-Learning-Lehrgang im Schornsteinfegerhandwerk: „Gebäudeenergieberater im Handwerk (HWK)“. Was damals noch als Zukunft und weit entfernt galt, ist heute ein etablierter Lehrgang im Handwerk, welcher vielen Kolleginnen und Kollegen eine Grundlage für verbesserte Arbeitsbedingungen, attraktiverer Arbeitsplätze und höhere Qualifikation gebildet hat. Damals träumten wir von weiteren Lehrgängen dieser Art, jedoch war der Bedarf an solchen Lehrgängen relativ gering. Heute ist dies anders. Durch das neue System Schornsteinfegerhandwerk und die neue Meisterprüfungsverordnung wurde die Grundlage für einen neuen innovativen und zukunftsorientierten Lehrgang gebildet: die Meisterschule Online.

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Januar 2016: Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Daniel Fürst

das Jahr 2015 hat damit geendet, dass wir mit unserem Sozialpartner einen Tarifabschluss erzielen konnten, ohne dabei Arbeitskampfmaßnahmen ergreifen zu müssen. Doch wie ihr alle wisst, ist nach dem Tarifabschluss gleichzeitig auch immer vor dem Tarifabschluss. Dies bedeutet, dass wir auch in diesem Jahr die Tarifvorbereitungen nicht einstellen werden. Vielmehr wollen wir verstärkt auf die tarifliche Situation im Schornsteinfegerhandwerk hinweisen und dabei aufzeigen, dass es heute und in Zukunft wichtiger ist denn je, sich in der Gemeinschaft ZDS zu engagieren. Und dies nicht ausschließlich nur, wenn es darum geht, die Arbeitnehmerrechte in den Betrieben zu stärken. Als ZDS haben wir es uns auch zur Aufgabe gemacht, für unsere Zukunft zu sorgen. Und wenn es um die Zukunft im Schornsteinfegerhandwerk geht, so sieht diese derzeit ziemlich düster aus.

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Dezember 2015: Bist du O.K., schwarzes Handwerk?

David Villmann

Auch in diesem Jahr standen wir als Zentralverband Deutscher Schornsteinfeger e.V. – Gewerkschaftlicher Fachverband (ZDS), aber auch als Schornsteinfegerhandwerk selbst wieder vor großen Herausforderungen. Zunächst zeichnete sich das Jahr durch einige personelle Veränderungen, insbesondere den Wechsel des 1. Vorsitzenden, aus. Dieser Herausforderung haben wir uns gemeinsam gestellt und konnten so weiterhin die Weichen für ein zukunftssicheres, innovatives und vor allem soziales Schornsteinfegerhandwerk stellen.

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November 2015: Mehr Lohn durch mehr Arbeit?

Henry Vinke

Das und nicht weniger will uns der Zentralinnungsverband (ZIV) aktuell verkaufen. In ihrem Angebot aus der ersten Tarifverhandlung fordern sie eine Erhöhung der Arbeitszeit auf 40 Stunden je Woche und gleichzeitig eine besondere Arbeitszeitregelung für die Hauptstadt Berlin. Im Stadtstaat sei durch viele neue Feuerstätten, Nahwärmenetze, die Reform des Schornsteinfegerhandwerksgesetzes und viele weitere Veränderungen so viel Arbeit weggebrochen, dass die Betriebsinhaber ihre Mitarbeiter nicht mehr zu 38,5 Stunden/Woche anstellen und bezahlen könnten.

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Oktober 2015: Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Julian Schwark

die mediale Welt und insbesondere die sozialen Netzwerke haben zurzeit nur ein Thema: „Flüchtlinge“. Tagein, tagaus liefern sich die sogenannten Gutmenschen und „Ja-aber-Sager“, genauso wie Menschen, die eindeutig dem rechten Lager der Gesellschaft zugeordnet werden müssen, eine Debatte um den Umgang mit ihnen bzw. verbreiten ihre Theorien, wie mit dem europaweiten Problem umgegangen werden sollte.

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August 2015: Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Daniel Fürst

zum 31.12.2015 haben wir den Bundestarifvertrag (2014–2015) gekündigt. Mittels persönlicher Übergabe am 23.06.2015 an Hans-Günther Beyerstedt ging das Kündigungsschreiben inkl. Terminvorschlägen für mögliche Verhandlungstermine an den Zentralinnungsverband des Schornsteinfegerhandwerks (ZIV).

In den letzten Wochen haben wir uns als ZDS intensiv mit den Vorbereitungen auf die anstehende Tarifrunde auseinandergesetzt. Mithilfe einer Onlineumfrage haben wir nahezu alle unsere Mitglieder aufgefordert, ihre aktuelle Situation, aber auch ihre Wünsche für einen neuen Tarifabschluss mitzuteilen. Die Resonanz war erstaunlich. Fast 60 % aller unserer Mitglieder haben an der Umfrage teilgenommen und konnten so an der Gestaltung unseres Forderungspaketes mitwirken. In vielen unserer Sitzungen haben wir uns umfassend mit dem Forderungspaket und mit möglichen Tarifkampagnen beschäftigt. Hervorragend beurteile ich dabei auch die Arbeit unseres Arbeitskreises Tarif auf Bundesebene, welcher es geschafft hat, das Thema Tarif in jede unserer Gliederungen zu transportieren und zu diskutieren.

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Juli 2015: Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

Mathias Kazek

egal wo man hinschaut, wird im Schornsteinfegerhandwerk über Fachkräftemangel gesprochen. Seien es Termine bei Ministerpräsidenten, den Innungen oder den zuständigen Behörden für die Kehrbezirksvergabe. Das Thema Fachkräftesicherung zieht sich durch alle Ebenen. Alle machen sich Gedanken darüber, wie wir Schornsteinfeger in Zukunft unsere Arbeiten vollziehen sollen, wenn der Nachwuchs fehlt.

Mitarbeiter zu finden ist auch nicht ganz so einfach wie in anderen Gewerken. In unserem Handwerksgesetz gibt es ja, Gott sei Dank, noch § 2 Teil 1, in dem festgeschrieben ist, dass die Mindestanforderung zur Durchführung der Arbeiten in Schornsteinfegerbetrieben der Gesellenbrief ist. Wir können keine Zeitarbeitsvermittlung beauftragen. Obwohl „Gott sei Dank“ eigentlich auch nicht die richtigen Worte sind. Vielmehr ist es den Funktionsträgern, den Mitgliedern des ZDS und in dem Fall auch der Zusammenarbeit mit der Innung zu verdanken. Wir haben schon immer für Qualität im Handwerk gekämpft, und da wir einen sehr verantwortungsvollen Beruf haben, gehört auch dazu, dass nicht jeder unsere Arbeiten verrichten darf. Wir müssen uns dafür einer Ausbildung unterziehen, in der wir technisches Wissen, aber auch Verantwortungsbewusstsein und den Umgang mit Kunden lernen. Bevor wir selbstständig arbeiten dürfen, müssen wir Prüfungen ablegen, in denen festgestellt wird, ob wir uns der Aufgaben bewusst sind und ob wir überhaupt das fachliche Wissen besitzen, diese zu bewältigen.

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Juni 2015: Übers Schwimmen

Julian Schwark

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

als verantwortlicher Vorstand für den Bereich Technik und Bildung des ZDS gehört die Entwicklung des Schornsteinfegerhandwerks zu meinen wichtigsten Aufgaben. Hierzu gehören die Ausgestaltung von technischen Rahmenbedingungen sowie deren Einarbeitung in das Berufsbild, die Ausbildungsverordnung und natürlich auch die Meisterprüfungsverordnung. Darüber hinaus ist aber gerade auch die Erschließung neuer Tätigkeitsfelder ein wesentlicher und in keinem Fall zu vernachlässigender Punkt.

Wie ihr alle erfahren habt, ist die Umsetzung der Ausbildungsverordnung in der Theorie abgeschlossen. Warum sage ich in der Theorie? Ganz einfach – die gesetzlichen Grundlagen sind vorhanden und die Verbände haben die nötigen Arbeitsmittel erarbeitet. Allerdings fehlt es an anderen Stellen: Nicht jeder Betrieb unterrichtet die geforderten Tätigkeiten und auch nicht alle überbetrieblichen Ausbildungsstätten sind in der Lage, die übertragenen Aufgaben in einer Güte zu vermitteln, die angemessen ist. Ebenso müssen die Schulen noch nachbessern. Manchmal habe ich das Gefühl, dass einige am liebsten alles so belassen möchten, wie es ist, und tausend Gründe finden, die Erneuerungen nicht umzusetzen. Für mich ist dies eine abartige Faulheit, die sehr gefährlich ist! Im Prinzip ist die Weiterentwicklung des Berufes wie das Schwimmen gegen den Strom – wer aufhört zu schwimmen, treibt zurück und verschwindet irgendwann ganz von der Bildfläche.

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April 2015: Gleiche Arbeit – gleicher Lohn. Mehrarbeit muss bezahlt werden

Tim Ratajczak

Wer unseren Bundestarifvertrag 2014–2015 aufschlägt und sich die Regelungen über die regelmäßige Arbeitszeit im Schornsteinfegerhandwerk anschaut, wird schnell auf eine große Liste mit vielen kleinen Details rund um die Zeit im Betrieb stoßen. Es ist nämlich nicht nur die Wochenarbeitszeit von 38,5 Stunden festgelegt, sondern auch eine genaue Vorgehensweise bei Überstunden (Mehrarbeit) für den Arbeitgeber. Diese erfolgt laut aktuellem Tarifvertrag nur mit der eigenen Zustimmung, sprich der des Arbeitnehmers, jedoch maximal 6 Stunden in der Woche und 20 Stunden im Monat. Dieser Mehraufwand soll dann durch den Arbeitgeber bis spätestens 01.09. des Kalenderjahres ausgeglichen werden, und zwar durch Freizeit oder durch eine höhere Lohnzahlung inklusive eines Mehrarbeitszuschlags. Bei dieser Vorgehensweise bleibt der Samstag bis auf betriebsbedingte Gründe und Einzelfälle arbeitsfrei. Zusätzlich gelten Pausen nicht als Arbeitszeit. Der Beginn sowie das Ende der täglichen Arbeit und die dazugehörige Pausenzeit sollen in Einzelvereinbarungen in den vielen Schornsteinfegerbetrieben selbst festgelegt werden, wobei stets die Arbeitszeit mit dem Verlassen der Betriebsstätte beginnt und mit dem Eintreffen im Betriebssitz endet. Die betriebsbedingten Tätigkeiten in den Betriebsräumen, wie zum Beispiel die Wartung und Instandhaltung des Messgerätes oder das Wechseln des Sterns auf dem Kehrbesen, ist Arbeitszeit.

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März 2015: Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Daniel Fürst

nachdem Frank Weber am 27. Februar 2015 nach 18 Jahren von seinem Amt als 1. Vorsitzender des ZDS zurückgetreten ist, wurde ich im Rahmen einer außerordentlichen Sitzung vom erweiterten Zentralverbandsvorstand als neuer 1. Vorsitzender des ZDS gewählt. Viele Themen hat Frank während seiner Amtszeit vorangebracht und somit nicht nur unseren Verband, sondern das gesamte Schornsteinfegerhandwerk maßgeblich geprägt. Begonnen mit dem Bau des Innovationszentrums Schornsteinfegerhandwerk in Erfurt, steuerte der ZDS neuen Zeiten entgegen. Dabei waren die Strukturreform innerhalb des ZDS mit der Schaffung von Hauptämtern in unserem Verband und die Novellierung des Schornsteinfegerhandwerksgesetzes nur zwei große Themen, welche Frank vorangetrieben, gemeistert und mit Erfolg für den ZDS und das Schornsteinfegerhandwerk umgesetzt hat. Alleine an den Themen sieht man, dass es große Fußstapfen sind, in die ich trete. Doch nicht mit Furcht vor der Herausforderung, sondern mit Respekt, Verantwortung und Freude möchte ich das Amt des 1. Vorsitzenden ausfüllen. Auch in Zukunft wird es für den ZDS nicht weniger bedeutende Aufgaben geben, welche wir gemeinsam angehen müssen. Zunächst wird uns unweigerlich die Tarifrunde 2015 beschäftigen. Bei dieser müssen wir, wie bei der letzten Tarifrunde auch, geschlossen hinter unseren Forderungen stehen und die Umsetzung unseres Forderungspaketes notfalls erkämpfen. Bereits in diesen Tagen versuchen wir, die Meinungen unserer Mitglieder zu den Tarifforderungen zu erfahren. Diese werden ausgewertet und schlussendlich mit in unser Forderungspaket eingebunden werden.

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