34. Zentralverbandstag 2008 in Saarbrücken

Saarbrücken - Strahlendes Sommerwetter empfing die über 160 Delegierten und Gäste des 34. Zentralverbandstages in der saarländischen Hauptstadt. Nur wenige hundert Meter von der französischen Grenze entfernt, diskutierten die Kolleginnen und Kollegen über die Perspektiven unseres Berufes.

Begonnen hatte der Zentralverbands tag mit der traditionellen Festveranstaltung, in der Frank Weber beeindruckend darlegte, welche Wege dem Schornsteinfegerhandwerk offen stehen. Er machte deutlich, dass gut qualifizierte und motivierte Fachkräfte das Rückgrat des Handwerks bilden. Seine Ansage an die Arbeitgeber war dann auch klar und  folgerichtig: „Eine vernünftige Lohnsteigerung ist überfällig.“

Der saarländische Ministerpräsident Peter Müller bekannte sich in seiner Festrede eindeutig zum Schornsteinfegerhandwerk und stellte klar, dass auch die Politik der Bundesländer hinter uns steht. Der Landesvater von der Saar zeigte aber auch auf, dass sich das Hand werk zusätzlich um neue Tätigkeitsfelder auf dem freien Markt bemühen müsse.

Mit eindrucksvollen Worten ermahnte der Ministerpräsident das Handwerk zum aktiven Ausspielen seiner Fähig- und Fertigkeiten. Eine klare Ansage, der sich das Schorn steinfegerhandwerk stellen wird. Wie fortschrittlich der ZDS aufgestellt ist, zeigte eine Präsentation am Rande des Zentralverbandstages.

Hier wurde die Auszeichnung des Innovationszentrums Schornsteinfegerhandwerk zum ausgewählten Ort im Land der Ideen (siehe hierzu den Bericht in der Maiausgabe) noch einmal gewürdigt.

Der zuständige Referatsleiter aus dem Bundesminis terium für Wirtschaft und Technologie, Joachim Garrecht, führte in seinem ausführlichen Fachvortrag die Details der Neuregelungen im Schornsteinfe gerHand werksgesetz (SchfgHwG) aus. Auf großes Interesse der Delegierten, Teilnehmer und Gäste stießen die erklärenden Worte zur Zukunft des Schornsteinfegerhandwerks. Beim anschließenden Festempfangboten sich zahlreiche Gelegenheiten für interessante Gespräche zwischen Vertretern des ZDS, aus Politik und Wirtschaft.

Fortgesetzt wurde der Zentralverbandstag am Nachmittag mit der Delegiertentagung und der Rede des 1. Vorsitzenden Frank Weber, der noch einmal einen besonderen Schwerpunkt auf das Thema Tarifpolitik legte. Eine beeindruckende Solidaritätsbekundung war dann die Verabschiedung der Resolution an den ZIV, in der die Arbeitgeber aufgefordert werden, entweder ein Angebot vorzulegen oder in eine Schlichtung einzutreten.
Eine Antwort lag bei Redaktionsschluss nicht vor.

Im Anschluss an die Rede des 1. Vorsitzenden erlebte der ZV-Tag ein Fülle von Premieren, wie sie wohl einmalig in der ZDS-Geschichte bleiben wird. Sowohl der Vorstand Finanzen/Verwaltung Stefan Bolln, als auch der neue Vorstand Technik/Bildung Martin Graf, der zudem während des ZV-Tages, nach seiner Wahl im Dezember 2007 durch den erweiterten Zentralver bandsvorstand auch die Zustimmung der Delegierten erhielt, hielten ihre Jungfernreden in ihren jeweiligen Ämtern. Sie bewältigten diese Aufgabe hervorragend und sahen sich in der Lage Erfolgsgeschichten aneinanderzureihen. Der ZDS hat sich in den ver gan genen zwei Jahren seit dem letzten ZV-Tag enorm weiterentwickelt. Das Kursange bot konnte ebenso ausgebaut werden – u.a. werden in Zukunft nahezu alle Kurse auch online angeboten werden können – wie professionelle Mitgliederverwaltungsstrukturen geschaffen wurden. Der größte Erfolg des ZDS während der letzten zwei Jahre bedurfte eigentlich keiner Erwähnung, denn es
war für alle Anwesende offensichtlich: Erstmals in der Geschichte des ZDS gibt es acht Vorstandsmitglieder, die sich auf dem Podium versammelt hatten. Es zeigt sich jeden Tag aufs Neue, dass die im Oktober 2006 in Hürth beschlossene Struktur ein gran dioser Erfolg ist. Die Regionalverbandstage waren allesamt erfolg reich und die Landes- und Bezirksgruppen arbeiten hervor ragend zusammen. Der ZDS ist schlagkräftiger geworden, organisatorisch besser aufgestellt und zugleich enger zusammengerückt. Die Berichte des Zentralvorstandes wurden somit erst durch die der Regional sekretäre vervollständigt. Alle fünf Kollegen konnten Erfolgsgeschichten präsentieren: Andreas Kramer für die Region West, Markus Wanck für die Region Südwest, Torsten Litschke für den Norden, Sascha Schweizer für die im Südosten vereinigten Bayern und Sachsen und Klaus Tapken für die goldene Mitte.

Das Fazit des 34. Zentralverbandstages war somit eindeutig. Der ZDS hat in den vergangenen beiden Jahren wahre Herkulesleistungen vollbracht: Die größte Strukturreform in seiner Geschichte umgesetzt, ein grandioses  100-jähriges Jubiläum in Berlin gefeiert, maßgeblich für das Handwerk die Interessen bei der Neugestaltung des Schornsteinfeger-Handwerksgesetzes vertreten und er steht nicht zuletzt seit Jahresbeginn in der Tarifauseinandersetzung mit den Arbeitgebern. Leistungen, die sich mehr als sehen lassen können und die, da kann man sicher sein, ihre Fortsetzung finden werden!

Ein Wiedersehen gibt es im Jahr 2010 in Schleswig-Holstein.

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