35. Zentralverbandstag 2010 in Kiel

Kiel – Mit viel Optimismus und einer Reihe von guten Lösungsansätzen ausgestattet, wurde im Rahmen des 35. Zentralverbandstages des ZDS am Freitag, den 11.06.2010 eine neue Ausbildungskampagne vorgestellt.

Rund 200 Gäste aus ganz Deutschland waren zu diesem besonderen Kampagnenstart in den Schleswig-Holstein-Saal des Kieler Landeshauses gekommen.

Zentralverbandstag 2010 in Kiel

Schwungvoll ging es gleich zu Beginn der Veranstaltung mit der Premiere des neuen Rapsongs „Black Black Magic“ los, der von der Band Hindemith vs. Rapshiva performt wurde. Dieser Rap ist ein Baustein der Ausbildungskampagne, die am 1. Juli offiziell gestartet wurde.

Unter dem Verbandstagsmotto „Der neue Weg …“ werden die Jugendlichen primär über die sozialen Netzwerke im Internet auf witzige Art und Weise auf diese Kampagne aufmerksam gemacht. Hierzu wurden Werbe- und Informationsclips produziert, die man bei Youtube und der Ausbildungshomepage www.der-neue-weg-online.de anschauen kann.

Minister de Jager lobte Schornsteinfeger

Auch der Minister für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein, Jost de Jager, beglückwünschte den ZDS zu dieser modernen Kampagne. Im Rahmen seiner Festrede rief er den schwarzen Frauen und Männern zu: „Die Schornsteinfeger sind gut aufgestellt für die Zukunft und gerade der ZDS hat frühzeitig mit dem Kampagnenstart die Zeichen der Zeit erkannt“, so der Minister.

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Unser 1. Vorsitzender, Frank Weber, skizzierte die Entwicklung des Schornsteinfegerhandwerks vom ausschließlichen Brand- und Umweltschützer zum modernen Dienstleister rund um das Gebäude. Aufgrund der wesentlichen Änderungen im Schornsteinfeger-Handwerksgesetz und der daraus resultierenden Übergangszeit bis Ende 2012, müssen sich die Schornsteinfeger nun auf die neuen Marktbedingungen einstellen.

Gebäudeenergieberatungen wie auch die Thermographien der Gebäudehülle oder der Verkauf und die Beratung von Rauchmeldern sowie die neue Gashausschau gehören mittlerweile zum erweiterten Angebot von fast jedem Schornsteinfegerbetrieb. „Mit der Kampagne „Der neue Weg …“ möchten wir dazu beitragen, den Blickwinkel des Handwerks zu erweitern“, ergänzte Weber.

Andreas Steppuhn

Als weitere Redner überbrachten Andreas Steppuhn vom Bundesvorstand der IG-BAU und Regina Pörsch von der SPD-Landtagsfraktion Schleswig-Holstein herzliche Grüße zum ZDS-Verbandstag.

Regina Pörsch

Ralf Stegner auf der Delegiertenversammlung

Am Nachmittag startete die Delegiertenversammlung mit einem besonderen Highlight. Das Impulsreferat des Fraktions- und Parteivorsitzenden der SPD-Schleswig-Holstein, Ralf Stegner, war der perfekte Auftakt der Versammlung. Stegner betonte die positiven Attribute unseres Verbandes, wodurch die notwendigen Ziele und Veränderungen, gegebenenfalls auch gegen massive Widerstände, erfolgreich durchgesetzt werden können. Bei der Analyse der durchgeführten Reformen stellt der Sozialdemokrat fest, dass es viele innovative Unternehmen im Schornsteinfegerhandwerk gibt, die die Möglichkeiten des zum Wohle des Handwerks geänderten Gesetzes bereits jetzt erfolgreich nutzen.

Er begrüßte, dass der ZDS immer wieder den notwendigen Weitblick hat, auch Entscheidungen zu treffen, die bei den eigenen Mitgliedern konstruktiv diskutiert wurden, und diese auch in deren Interesse zu verfolgen. „Deswegen kann man den ZDS nur beglückwünschen, seiner Linie stur und frei treu geblieben zu sein“, so Stegner.
Jedoch mahnte er an, dass lediglich die Rahmenbedingungen für ein modernes Schornsteinfegerhandwerk geschaffen seien. Es läge jetzt am Handwerk selbst, sich diesen Bedingungen zu stellen und die Herausforderungen anzunehmen.

Ralf Stegner beendete seine Rede unter lang anhaltendem Applaus mit den Worten: „Ihr seid im Schnitt unter 40 Jahre alt, Ihr müsst ehrlich und hart in die Zukunft schauen und verändern, was ihr bewahren wollt! Bleibt konstruktiv und unbequem. So wie wir: links, dickschädelig und frei!“

Anschließend begann die Delegiertenversammlung, auf deren Tagesordnung neben den ausführlichen Berichten des ZDS-Bundesvorstandes auch Neuwahlen für die vierjährige Amtszeit standen. Unser langjähriger 1. Vorsitzender, Frank Weber, erhielt über 93 % der Delegiertenstimmen und wurde in seinem Amt bestätigt. Weber steht dem ZDS seit nunmehr 1997 vor. Auch Stefan Bolln wurde als Vorstand Finanzen/Verwaltung und Stephan Lander als Vorstand Technik/Bildung für weitere vier Jahre gewählt.

In den folgenden Wahlgängen wurden Michael Plümer aus Niedersachsen, Christoph Eisenschink aus Bayern und Björn Fritz aus Hessen in die Revisionskommission und Andreas Hurst aus Baden-Württemberg, Jörg Kibellus aus Mecklenburg-Vorpommern, Verena Swalkiewiecz aus Niedersachsen, Ralf Boje aus Nordrhein-Westfalen und Christian Friedl aus Bayern in den Schlichtungsausschuss des ZDS gewählt.

Mit großer Mehrheit wurden auch zwei Resolutionen auf den Weg gebracht. So rief der Zentralverbandstag in der ersten Resolution den Bremer Senator Mäurer dazu auf, frei werdende Kehrbezirke im Land Bremen nicht aufzulösen, sondern zeitnah auszuschreiben, um Perspektiven für potentielle Existenzgründer zu schaffen. Bundesweit erhalten die Schornsteinfegermeister die Möglichkeit, sich auf Kehrbezirke zu bewerben, um sich eine Existenz aufzubauen. Dieser werden sie im Land Bremen beraubt. Sollte sich wider Erwarten kein geeigneter Existenzgründer für die freien Kehrbezirke finden, so würde nichts gegen eine dauerhafte Kehrbezirksauflösung sprechen. Allerdings ist dies mit Blick auf die zahlreichen potentiellen Bewerber aus Bremen und anderen Ländern sehr unwahrscheinlich.

Die sich in Vorbereitung befindende Klage der Kollegen sowie weitere geplante Schritte der Bremer Kolleginnen und Kollegen werden vom ZDS uneingeschränkt unterstützt. Im Interesse aller Beteiligten ist es sinnvoll, zeitnah Klarheit für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Bremen und über ihre beruflichen Aussichten zu schaffen.

In einer weiteren Resolution riefen die Delegierten des Zentralverbandstags des ZDS alle Arbeitgeber dazu auf, den Innungen beizutreten und stärkte insbesondere den jeweiligen Schornsteinfeger-Innungen den Rücken:

Die Delegierten des 35. Zentralverbandstages bekennen sich zum Leitmotiv des Schornsteinfegerhandwerks „Einer für alle, alle für Einen!“ Alle Kehrbezirksinhaber werden aufgefordert, getreu diesem Motto ihre Berufsorganisation durch Mitgliedschaft zu stärken. Das Handwerk muss auch zukünftig kollegial und solidarisch seine Interessen vertreten sehen. Die Fördermitgliedschaft im ZDS ersetzt nicht die Mitgliedschaft in der Innung. Wir fordern alle Kehrbezirksinhaber auf, ausgesprochene Kündigungen zurückzunehmen und werben aktiv bei allen Existenzgründern für eine entsprechende Mitgliedschaft in der Innung.

Insgesamt verlief der Zentralverbandstag sehr harmonisch und wir freuen uns auf ein Wiedersehen in der Hansestadt Rostock im Jahr 2012.

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