April 2016: Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Tim Ratajczak

Bildung geht uns alle etwas an. Deshalb haben sich in der letzten Tarifverhandlung beide Verbände dazu entschlossen, die Regelungen der Schulungstage im BTV genauer zu definieren. Bis zum 30.06. dieses Jahres sollen sich die Landesverbände der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite im Schornsteinfegerhandwerk zusammensetzen, um die im Bundestarifvertrag genannten Begriffe „Mitwirkung“, „Absprache“ oder „in Abstimmung“ im Bereich der Schulungstage mit Inhalten zu füllen. Hier hat der ZDS mittlerweile mehrere Landesinnungsverbände angeschrieben und Terminvorschläge unterbreitet. Alle Beteiligten sind daran interessiert, hier mitzuwirken. Die Gespräche laufen also so langsam bereits an.


Aber nicht nur in den Bundesländern, in denen eine Mitwirkung, Absprache oder Abstimmung seitens des ZDS bereits im Tarifvertrag verankert ist, finden aller Wahrscheinlichkeit nach Gespräche statt, um die im Tarifvertrag enthaltene Formulierung „oder mit deren Einverständnis“ genauer zu regeln, da hier auch immer wieder Unstimmigkeiten in den Betrieben herrschen, wie diese Formulierung auszulegen ist.
Gerade jetzt, in der Zeit, in der das Schornsteinfegerhandwerk sich weiterentwickeln muss und auch wird – davon bin ich persönlich mehr als überzeugt –, gehen beide Verbände richtig und verantwortungsvoll damit um, wenn die Weiterbildung als gemeinsames Projekt für die Zukunft gesehen wird. Ein erster Schritt ist hierzu getan. Ein weiterer wird getan sein, wenn man sich gemeinsam verständigt hat, wie dies genauer auszusehen hat. Vielleicht resultieren daraus am Ende auch weitere Projekte, die wir gemeinsam für die Zukunft des Schornsteinfegerhandwerks angehen können.


Der Weg zu den passenden Rahmenbedingungen durch Schulungen im Bereich der Weiterbildung ist mit unserem Tarifvertrag geschaffen. Jeder einzelne muss diese Rahmenbedingungen nur nutzen und auch im Betrieb einfordern. Wenn es jetzt gelingt, die genauere Definition der einzelnen Punkte gemeinsam zu erarbeiten, dann sind wir hier auf einem hervorragenden Weg in die Zukunft. Es nützt nichts, wenn das Angebot, welches reichhaltig durch die Bildungsträger im Handwerk, wie z.B. die Handwerksschule, bereitgestellt wird, am Ende nicht genutzt wird. Wir müssen uns aus- und weiterbilden, um in der Zukunft als Schornsteinfegerhandwerk bestehen zu können. Viele bilden sich ein, dass aktuell doch die Umsatzzahlen gut sind und wir mit dem, was wir bisher tun, ausreichend verdienen. Genau diese Denkweise ist eine sehr gefährliche.


„Ausbildung kommt nicht nur im Wörterbuch vor der Einbildung.“
Wer diese Einbildung sein gesamtes Berufsleben verfolgt, der schert sich nicht einen Zentimeter um die Generationen von jungen Menschen, die einmal nach ihm oder ihr kommen werden. Auch wir Arbeitnehmer haben in der überwiegenden Zahl das Ziel, eines Tages in die Selbstständigkeit zu gehen, und wollen da natürlich auch einen nahrhaften Boden vorfinden, mit dem wir unsere Familie versorgen können.
Das gelingt uns als Handwerk nur, wenn wir das bisher angebotene Bildungsangebot auch nutzen und verinnerlichen, indem wir es am Ende auch bei der täglichen Arbeit anwenden und umsetzen.

Euer Tim

Regionalsekretär
Regionalverband West

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