Januar 2015: Eine gute Zeit – gestern, heute und in Zukunft!

Torsten Litschke

DU – WIR – ALLE ‒ unter diesem Motto neigt sich ein für den ZDS sehr ereignisreiches Jahr dem Ende entgegen. Es ist eigentlich die Zeit der Rückblicke, des Rückwärtsschauens und des Philosophierens über das Erreichte. Oftmals wird aber übersehen, dass das, was diskutiert, beschlossen und umgesetzt wurde, weitreichende Auswirkungen auf die Zukunft haben wird.

Auch in diesem Jahr gab es eine Vielzahl von herausragenden Entscheidungen, welche unser Handwerk maßgeblich beeinflussen werden. Erstmalig wurde im Schornsteinfegerhandwerk ein Mindestlohn für allgemeinverbindlich erklärt. Der ZDS und unser Sozialpartner haben früh erkannt, wie wichtig es sein wird, eine untere Lohngrenze einzuführen. Flankiert mit der ebenfalls allgemeinverbindlichen Umlagefinanzierung unserer Auszubildenden, werden diese beiden weitreichenden Entscheidungen der Berufsverbände das Schornsteinfegerhandwerk in der Zukunft entscheidend positiv beeinflussen.

Es ist wichtig, dass man in den ZDS-Gremien weiterhin aus dem Tagesgeschäft ausbrechen darf, damit perspektivische Entscheidungen zum Wohle des Schornsteinfegerhandwerks angedacht, ausgearbeitet und gemeinsam mit dem Arbeitgeberverband umgesetzt werden können. Nur wer die Möglichkeit bekommt zu definieren, wo wir in ein paar Jahren stehen wollen, kann tiefgreifende, nachhaltige Beschlüsse fassen.

Welche wichtigen Ordnungsfunktionen ein guter Tarifvertrag hat, erkennen viele ArbeitnehmerInnen und Arbeitgeber-

Innen am Ende des Jahres 2 im liberalisierten Schornsteinfegerhandwerk. Der Einstieg ins Lohndumping mit all seinen Nachteilen funktionierte nur dort, wo es eine sehr geringe Organisationsdichte auf ArbeitgeberInnen- und ArbeitnehmerInnenseite gibt, wie z.B. in Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern, wo uns zum Teil erschreckende Lohnabrechnungen vorgelegt wurden, die stellenweise den gesetzlichen Mindestlohn deutlich unterschreiten. Im Umkehrschluss stellen wir aber zum Glück fest, dass fast alle anderen Berufsangehörigen vom Tarifvertrag profitieren. Ein stabiles Lohnniveau wird auch zukünftig entscheidend für ein vernünftiges Preisniveau im Schornsteinfegerhandwerk sein. Dieses haben mittlerweile auch viele Arbeitgeber erkannt.

Beides sind zugleich erhebliche Faktoren, um den derzeit nicht unerheblichen Mangel an Fachkräften zu mindern. Die im Jahr 2013 gegründete Ausbildungskostenausgleichskasse (AKS) hat maßgeblich dazu beigetragen, dass sich unsere Ausbildungszahlen und damit auch die Ausbildungsbereitschaft in einem sehr kurzen Zeitraum fast verdoppelt haben. Auch hier wird erneut deutlich, dass perspektivische Entscheidungen dem Handwerk in wenigen Jahren effektvoll helfen werden. Wie man auch rückwärtsgewandt ein Handwerk abwickeln kann, wird deutlich, wenn man die Bestrebungen einiger weniger Betriebsinhaber in Berlin zu Kenntnis nimmt. Hier wird versucht, aus der Tarifgemeinschaft auszubrechen oder die AKS abzulehnen. Mit diesem Eingenerationendenken erweisen die Angesprochenen dem Handwerk keinen Dienst, vielmehr wird deutlich, wie sehr hier der Weg eines ehrbaren Handwerkers verlassen wird, um zum eigenen – kurzfristigen – Vorteil Gewinne zu maximieren. Ich bin sehr froh und dankbar, dass dieses Vorgehen bundesweit keine Schule machen wird und die anderen Arbeitgebervertreter weiterhin ihrer Verantwortung für das gesamte Schornsteinfegerhandwerk nachhaltig gerecht werden!

Für mich persönlich endet zum Jahreswechsel eine sehr schöne und intensive Zeit in den Gremien des ZDS. Mit den Novellierungen des Berufsrechts, der Ausbildungsverordnung, der 1. BImSchV und der Einführung der Bundes-KÜO, aber auch mit der Umsetzung unserer verbandsinternen Strukturreform und der Gründung der Regionalverbände, um nur einige wenige Themen der letzten fast 15 Jahre zu nennen, durfte ich in verschiedenen Gremien tiefgreifende Erfahrungen sammeln. Hierfür bin ich dem ZDS und seinen vielen tollen FunktionsträgerInnen, Mitgliedern, aber auch den VertreterInnen aus Behörden und Institutionen sehr dankbar. Ich werde diese in Teilen auch intensive Zeit in bester Erinnerung behalten und würde mich freuen, nein ich bin überzeugt, dass der ZDS seinen über hundertjährigen Weg weiterhin innovativ, streitbar, nachhaltig, aber vor allem sehr verlässlich im Dienste der abhängig Beschäftigen und für eine gute Zukunft in unserem schönen Schornsteinfegerhandwerk fortsetzen wird! Ich verlasse mich auf euch!

In Dankbarkeit euer/Ihr

Torsten Litschke

Zurück