Oktober 2015: Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Julian Schwark

die mediale Welt und insbesondere die sozialen Netzwerke haben zurzeit nur ein Thema: „Flüchtlinge“. Tagein, tagaus liefern sich die sogenannten Gutmenschen und „Ja-aber-Sager“, genauso wie Menschen, die eindeutig dem rechten Lager der Gesellschaft zugeordnet werden müssen, eine Debatte um den Umgang mit ihnen bzw. verbreiten ihre Theorien, wie mit dem europaweiten Problem umgegangen werden sollte.

In Gewerkschaften gab es noch nie Platz für rechtes Gedankengut, Nazis oder Faschisten! Die Einstellung rechtsorientierter Personen ist unvereinbar mit dem deutschen Grundgesetzt, unserer Satzung als ZDS und jeglicher gewerkschaftlich organisierter Bewegung. Wir als Gewerkschaft sind ein Teil der Gesellschaft und dürfen an keiner Stelle dulden, dass Menschen in irgendeiner Art und Weise Gewalt angetan oder Hass entgegengebracht wird. Aus diesem Grund möchte ich hier an dieser Stelle denjenigen unserer Kolleginnen und Kollegen danken, die aufstehen und sich gegen die rechtspopulistische Hetze stellen, und alle anderen dazu auffordern, denjenigen Kolleginnen und Kollegen zu helfen, die sich für die richtige Sache einsetzen. Ganz nach unserem Motto „Einer für alle – alle für einen“.

Im Kosmos eines Schornsteinfegers sind im Moment die anstehenden Tarifverhandlungen und unsere Kampagne „Bist du OK?“ das drängendste Thema. Hierzu konnten wir einiges auf YouTube und Facebook lesen. Immer wieder schreiben hier die gleichen Krauter ihren Unmut über unsere Kampagne nieder. Das ist auch gut so! Kampagnen sind dafür da, Aufmerksamkeit auf ein Thema zu lenken und zu polarisieren. Und dies haben wir augenscheinlich mit unseren Comicfilmen erreicht: sei es mit dem weltmeisterlichen Kick eines Geldsacks oder mit der Bereitschaft der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Terminabsprachen mit Kunden mittels Mobiltelefon nach Feierabend durchzuführen. Viele Krauter fühlen sich anscheinend negativ angesprochen und scheinen sich rechtfertigen zu müssen, dass es bei ihnen nicht so ist. Hierzu ist zu sagen: Betriebe, in denen es keine unbezahlten Überstunden gibt oder klare Vereinbarungen bezüglich der Terminabsprachen mit Kunden, sind O.K.! Klar ist aber auch, dass dies nicht in jedem Fall so ist und der ZDS dafür da ist, diesen Missstand zu beheben.

Damit auch jeder Betriebsinhaber und Mitarbeiter voller Stolz sagen kann: Wir sind O.K.!

Die oben angeführte Problematik kann man noch auf weitere Themen ausweiten:

  • Wir bilden aus, und zwar so, dass der Auszubildende gut aufgestellt ist für seine berufliche Zukunft – das ist O.K.!
  • Unsere Arbeiten kundenfreundlich und unter Berücksichtigung aller Gesetze durchzuführen – das ist ebenfalls O.K.!
  • Wir erschließen für unseren Betrieb neue Tätigkeitsfelder, damit es auch in Zukunft gut aufgestellte Betriebe gibt – super O.K.!
  • Wir investieren heute in berufliche Weiterbildung und bleiben nicht stehen – O.K. für ein zukunftssicheres Schornsteinfegerhandwerk!

Ziel ist es, dass das gesamte Schornsteinfegerhandwerk in ein paar Jahren sagen kann: „Wir sind O.K.! Wir haben es geschafft, mit „Einer für alle – alle für einen“ das Handwerk in einer sich gravierend verändernden Arbeitswelt nachhaltig aufzustellen. Hierin sehen wir unsere Aufgabe als ZDS und Gewerkschaft!

Mit solidarischen Grüßen

Julian Schwark

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