04.09.2012: Schornsteinfegergewerkschaft nimmt zu Rösslers Plänen für eine Neugestaltung der Kehr- und Überprüfungsordnung Stellung

- Anpassung von Gebühren überfällig -

Erfurt – Mit Unverständnis reagiert der Zentralverband Deutscher Schornsteinfeger e.V. - Gewerkschaftlicher Fachverband – (kurz ZDS) auf die Kritik des Haus- und Grundstückseigentümerverbandes, was die Neugestaltung der Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO) für Schornsteinfegerarbeiten betrifft.

Die Schornsteinfegergebühren, würden laut der Gewerkschaft lediglich eine überfällige Anpassung erfahren. So seien in den letzten Jahren alle Kostensteigerungen von den Betrieben auf Basis von Lohnzurückhaltung der Beschäftigten finanziert worden. Diese Zurückhaltung muss aber nach Auffassung der Beschäftigten in der anstehenden Tarifrunde im nächsten Jahr ein Ende erfahren. Schließlich hätten die schwarzen Frauen und Männer real auf Lohn verzichtet, während in allen anderen Branchen Lohnerhöhungen stattgefunden hätten.

Der 1.Vorsitzende des ZDS, Frank Weber (MdL), erklärte hierzu: „Die Steigerungen der Lebenshaltungskosten, zu denen auch eine massive Steigerung der Energiekosten gehört, geht auch an unseren Mitgliedern nicht vorbei. Mit Rücksicht auf die Veränderungen im Berufsrecht und die schwierige Situation der Betriebe in der Umstellungsphase am Markt haben wir einen moderaten Tarifvertrag abgeschlossen, der die Löhne faktisch auf 3 Jahre eingefroren hat. In dieser Zeit hatten die Betriebe die Möglichkeit sich auf die neue Situation einzustellen, dies ist ihnen auch gelungen. Eine der Grundlagen hierfür sind neu zu kalkulierende Preise am Markt. Diese Umstellung in der Rechtslage wurde unter anderem vom Haus- und Grundstückseigentümerverband eingefordert. Dass dieser sich nun beschwert, dass die Marktpreise und damit auch der Grundaufwand für die gesetzlichen Tätigkeiten anpassen wird, ist lächerlich. Darauf hatten die Branchenverbände bereits bei der Novelle des Schornsteinfegerrechtes hingewiesen."

Die Schornsteinfeger-Gewerkschaft macht weiterhin deutlich, dass die Preise für alle übrigen Tätigkeiten nun dem Markt unterlägen und es sich auch bei den gesetzlichen Gebühren um eine Deckelung nach oben handle.

Frei kalkuliert würde auch hier vielerorts ein höherer Aufwand zum günstigeren Preis, durch die Gebühren abgebildet.

Eine Betriebsminute für lediglich 1,05 € bezeichnet die Gewerkschaft als ausgesprochen günstig.

Weber verweist in diesem Zusammenhang auf Zeitpreise in anderen Branchen. „Für die Reparatur einer Waschmaschine zahlt man oft schon Anfahrtspauschalen, welche die absoluten Gebühren überstiegen", so Weber.

Die Gewerkschaft hält die Pläne Rösslers für ausgewogen und nur in wenigen Punkten verbesserungswürdig. Dies sei dadurch entstanden, dass Rösslers Haus alle Beteiligten, auch die Haus- und Grundstückseigentümer in die Novelle eingebunden habe. Eine solch grundsätzliche Kritik des Verbandes im Nachhinein, sei auch deshalb nicht nachzuvollziehen.

„Schornsteinfegerinnen und Schornsteinfeger leisten wichtige Arbeit im Umweltschutz, bei der Energieeinsparung und im Schutz von Menschen. Es ist ein schöner Beruf der unsere Kolleginnen und Kollegen täglich mit vielen zufriedenen Kunden zusammenbringt. Trotzdem fehlt es am Nachwuchs, da in der Industrie bei leichterer Arbeit einfach mehr Geld verdient wird. Fairen Lohn für gute Arbeit nicht mehr und nicht weniger wollen auch die beruflichen Glücksbringer", erklärt Weber.

3432 Zeichen (mit Leerzeichen)

Zurück