24.12.2012: Der Wettbewerb kann kommen

Schornsteinfeger blicken zuversichtlich ins Jahr 2013

Erfurt – Zuversichtlich blicken die Schornsteinfeger ins Jahr 2013. Ab dann gelten die neuen EU-Vorgaben: Der „Bezirksschornsteinfegermeister/in“ nennt sich dann „bevollmächtigte/r Bezirksschornsteinfeger/in“. Er erhält seinen Kehrbezirk per Ausschreibung nur noch für sieben Jahre. Das Bewerbungsverfahren wird dann von der zuständigen Behörde des jeweiligen Bundeslandes vorgenommen. Das spricht für Qualität und Transparenz, da nach neuem Schornsteinfeger-Handwerksgesetz die Auswahl zwischen den Bewerbern und Bewerberinnen nach ihrer Eignung, Befähigung und fachlichen Leistung vorzunehmen ist.

Sicherheitsrelevante Aufgaben wie das Führen des so genannten Kehrbuches, die Feuerstättenschau, die Ersatzvornahme, die Bauabnahme oder anlassbezogene Überprüfungen bleiben in seinem Aufgabenbereich. Kehren, überwachen und überprüfen dürfen ab Januar auch Mitbewerber unter der Voraussetzung, dass sie die handwerksrechtlichen Voraussetzungen zur Ausübung von Schornsteinfegertätigkeiten haben. Dieses gilt für inländische Schornsteinfeger und Schornsteinfeger aus den europäischen Nachbarländern.

Der Staat wird auch zukünftig seine Pflicht zur Kontrolle der Betriebs- und Brandsicherheit durch den Bezirksschornsteinfeger wahrnehmen. Als Verantwortliche für das Kehrbuch müssen sie ab 2013 kontrollieren, ob die Hausbesitzer ihrer Kehr- und Überprüfungspflicht nachkommen. Reinigt und kontrolliert dann ein Mitbewerber den Schornstein oder die Feuerstätte, muss dieses belegt und beim Bezirksschornsteinfeger schriftlich eingereicht werden. „Die meisten Hausbesitzer werden ihrem Bezirksschornsteinfeger oder ihrer Bezirksschornsteinfegerin treu bleiben. Hier ist das über die Jahre entstandene Vertrauen von großer Bedeutung.“, vermutet Frank Weber 1. Vorsitzender des Zentralverbands Deutscher Schornsteinfeger - Gewerkschaftlicher Fachverband. Die Gesetzesnovelle erlaubt es, dass Schornsteinfeger auch andere Tätigkeiten als ihre bisherigen Aufgaben anbieten. „Das Leistungsspektrum des Handwerks wird zunehmen, um die Energiewende aktiv mit zu gestalten.“, so Weber. Kooperation mit den angrenzenden Gewerken muss der Leitsatz sein.

Die neu gestaltete Kehr- und Überprüfungsordnung des Bundes regelt die Kehr- und Überprüfungsintervalle der Feuerungsanlagen. Hier hat der Bund mit allen beteiligten Verbänden nach technischen Gesichtspunkten die Intervalle festgelegt. Der Hauseigentümer wird sich also weiterhin auf die bestmögliche und erforderliche Überwachung seiner Feuerstätten verlassen können. Die staatlich festgelegten Gebühren, wie z.B. für die Feuerstättenschau oder der Bauabnahme, finden ab 2013 nur noch für den hoheitlichen Bereich Anwendung. Alle anderen Tätigkeiten unterliegen dem freien Wettbewerb. Diese europarechtliche Forderung ist der Gesetzgeber mit der Umsetzung des neuen Schornsteinfegerrechtes nachgekommen. „Ob die Preise sich unter den alten Gebühren einpendeln ist eher unwahrscheinlich. Der Aufwand ist gleich geblieben, oder erhöht sich beispielsweise durch zusätzliche Anfahrten“, so Weber. Der Hauseigentümer kann sich auch zukünftig auf seinen Schornsteinfeger verlassen, da er weiterhin Ansprechpartner für alle Bereiche bleibt.

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