04.10.2012: Pensionskasse des Schornsteinfegerhandwerks (PKS) für 2013 gerüstet

München – Am Dienstag, den 02. Oktober 2012 endete mit der Sondersitzung des PKS-Verwaltungsrates in München die langwierige Debatte um die Möglichkeit der Weiterversicherung für ruhende Versicherungsverträge der PKS, nachdem die reguläre Sommersitzung vom 13.07.2012 zu keinem finalen Ergebnis geführt hatte.

Die Arbeitnehmervertreter des ZDS hatten den Arbeitgebern bereits im vergangenen Jahr klar ihre Unterstützung für eine Öffnung der Kasse unter der Voraussetzung signalisiert, dass den ZDS-Mitgliedern dadurch keine Nachteile entstehen würden. Das Thema Altersvorsorge beschäftigt das Handwerk schon seit längerer Zeit und als sich abzeichnete, dass die Versorgungsanstalt der deutschen Bezirksschornsteinfegermeister (VdBS) zum Jahresende 2013 ihre Pforten schließen wird und nunmehr viele Entscheidungen anstehen, war es für uns als Verband wichtig, die Pensionskasse auf noch breitere Beine zu stellen. Ein Mehr an Kapital ist hierzu sicherlich nur förderlich. Bei genauerer Betrachtung tat sich aber sehr schnell ein anderes, nicht zu vernachlässigendes Problem auf: Bei einem größeren Zuwachs der Selbstständigen in der PKS würde Körperschaftssteuer erhoben werden. Diese wird fällig, wenn mehr als die Hälfte der Versicherten aus Arbeitgebern, sprich Selbstständigen besteht. Diese Steuer würde dann auf die Kapitalerträge anfallen und den Gewinn schmälern. Nach Einschätzung der Bayerischen Versorgungskammer (BVK) ist dies theoretisch zwar möglich, praktisch würde es allerdings noch einige Jahre dauern, bis die PKS einerseits einen enormen Zuwachs an Weiterversicherten zu verzeichnen hätte, andererseits aber kaum junge Leute in die PKS nachkommen.

Nach dem Beschluss des Verwaltungsrates steht die PKS nicht für alle Arbeitgeber mit voller Beitragssumme aus der VdBS offen, denn dies hätte sofort zu einer Körperschaftssteuerpflicht geführt und somit zu Nachteilen für die Arbeitnehmer. Aber all diejenigen, die bereits zu Arbeitnehmerzeiten Versicherte der PKS waren und mit ihrer Bestellung den Vertrag ruhen ließen, erhalten nun wieder die Möglichkeit, ihr eigenes Pensionskassenkonto anzusparen. „Auf Grund des Wegfalls der VdBS müssen wir jedoch unseren Kolleginnen und Kollegen die erneute Wahlmöglichkeit der Weiterversicherung bieten“, so Verwaltungsratsmitglied Frank Weber. Umso mehr begrüßt der ZDS den einstimmigen Beschluss des Verwaltungsrates, innerhalb eines Zeitfensters von 3 Monaten, von Januar bis März 2013, die Weiterversicherung  zu ermöglichen.tl_files/zds-schornsteinfeger.de/galerie/Sonstige Fotos/Homepage_PKS-Graphik_510x360.jpgDes Weiteren hat der Verwaltungsrat beschlossen, dass es für die Weiterversicherung nur einen Tarif mit einer Erwerbsminderungsabsicherung gibt. Der Rechnungszins für alle neuen Versicherungsmitglieder beträgt ab 2013 1,75 %. Über die Dynamisierung der Renten wird jedes Jahr der Verwaltungsrat beschließen. Diese wird sich an der Gesamtrendite der BVK orientieren. Alle bisherigen Versicherten verbleiben bei ihrem Garantiezins von 3 %, auch wenn sie nach 2013 von der regulären Versicherung in die Weiterversicherung wechseln.

Der Verwaltungsrat hat mit seinem einstimmigen Beschluss ermöglicht, dass von BSMs jährlich bis zu 2.640 € in die PKS eingezahlt werden können. Dies ist eine Möglichkeit, einen sicheren und sehr reizvollen Rentenbaustein zu erhalten bzw. auszubauen.

Leider war die große Lösung nicht möglich. Aber der Zentralinnungsverband hat ja, wie die Spezialversicherer auch, ein Versorgungswerk gegründet. Vorteil der PKS-Lösung wäre gewesen, dass es hier keine mitverdienenden Aktionäre und Abschlussprovisionen gibt, leider hat die Bundesregierung dies abgelehnt.

Unabhängig von dieser Weiterversicherung in der PKS als wichtige Basis der Altersversorgung, sollten sich alle Kolleginnen und Kollegen bei entsprechenden Finanz- und Versicherungsfachberatern über eine etwaige Rentenlücke informieren.

Mehr zu diesem Thema könnt Ihr in der Novemberausgabe unseres Fachmagazins Schornsteinfeger erfahren.

(akra)

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