06.06.2012: „Woche der Umwelt“ am Puls der Zukunftsfragen

Bundespräsident Gauck begrüßte 15.000 Gäste

Berlin – Rund 15.000 Gäste haben am 5./6. Juni 2012 die von Bundespräsident Joachim Gauck und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) im Park des Schlosses Bellevue ausgerichtete „Woche der Umwelt“ besucht.

Die Besucher, zumeist aus Politik und Wirtschaft, aber auch zahlreiche Schulklassen, zeigten sich beeindruckt von den Gesprächen, Diskussionen und Präsentationen rund um die Zukunftsfragen, die am Amtssitz des Bundespräsidenten zwei Tage im Blickpunkt gestanden hatten.

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Die „Woche der Umwelt“ fand bereits zum vierten Mal am Sitz des Bundespräsidenten statt. Sie zeigte nicht nur auf, dass deutsche Unternehmen, Verbände, Städte und Gemeinden mit ihren Zukunftsthemen am Puls der Zeit sind, sondern auch, dass ihre Bedeutung von den Menschen verstanden wird und reges Interesse an den Impulsen für eine nachhaltige Welt besteht.

400 Experten diskutierten öffentlich

Auf rund 3.000 Quadratmetern drehte sich alles um Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Ressourcen-, Klima- und Naturschutz, Mobilität, aber auch Tourismus, Freizeit und Sport, Ernährung, Bauen und Wohnen. Im Hinblick auf einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen diskutierten 400 Experten in fast 100 Foren Fragen rund um den Umweltschutz und stellten neue Technologien, Produkte und Projekte vor. Die Projektpräsentationen im Schlosspark gaben einen Überblick über die Breite und Vielfalt der Arbeiten aus Umwelttechnik, -forschung, -bildung und Naturschutz und verdeutlichten, dass es sich dabei um ein auch für Deutschland wichtiges Zukunftsthema handelt.

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„Die enorme Resonanz freut uns sehr und zeigt, dass die Umweltbranche der Leitmarkt der Zukunft ist“, sagte Dr.-Ing. E.h. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).

Feinstaubproblematik und Emissionshandel durch das Schornsteinfeger-Handwerk

Eine unabhängige Jury hatte die Ausstellerbewerber nach den Kriterien Qualität, Innovation und Modellhaftigkeit ausgewählt. Zu den 200 Ausstellern gehörte auch der Bundesverband des Schornsteinfeger-Handwerks (ZIV), der über das Thema „Energieeinsparung und Feinstaubminimierung an Holzfeuerungen durch verbessertes Betreiberverhalten“ informierte. Dabei stand die Aufklärung über die Novelle der Kleinfeuerungsanlagenverordnung (1. BImSchV) ebenso im Mittelpunkt wie Lösungsansätze, die zum Erreichen der Klimaschutzziele führen. Am Stand des ZIV informierte auch der Landesinnungsverband des Schornsteinfeger-Handwerks Hessen über sein Projekt zum Emissionshandel durch energetische Gebäudemodernisierung „EmSAG“.

EmSAG steht für „Generation of Emission Certificates through Chimney Sweepers for energy-efficiency Improvements of technical Installations and building envelope“ und beinhaltet die Idee, die durch eine Gebäudemodernisierung ersparten CO2-Mengen durch die Ausstellung von CO2-Zertifikaten handelbar zu machen.

Mit Freude verkündete Dipl.-Ing. Alexander Prinz, der das Projekt für den LIV-Hessen begleitet, dass just am 12. März 2012 das Umweltbundesamt (UBA) dem Projekt im Rahmen der Projektumsetzung im Bundesgebiet durch die Bundesrepublik Deutschland als Gastgeberstaat zugestimmt hat.

Prinz bedauerte, dass nach derzeitiger Rechtslage die Projekte der flexiblen Mechanismen des Emissionshandels (JI/CDM) Ende 2012 auslaufen. „Eine Weiterführung ist eine nationale Entscheidung“, betonte Prinz. In diesem Zusammenhang ist leider die Meinung stark verbreitet, dass keine Klimaentlastung durch die flexiblen Projektmechanismen generiert wird, da es sich lediglich um Ausgleichsmaßnahmen und somit nicht um eine Verringerung des Gesamt-CO2-Ausstoßes handelt – ein Nullsummenspiel. Experten vertreten die Auffassung, dass diese Minderungen lediglich auf einen definierte Zeit gutgeschrieben und sehr konservativ ermittelt werden. Die durchgeführten Maßnahmen bleiben hingegen bestehen und verringern durchaus die Gesamt-CO2-Bilanz. Glücklicherweise zeichnet sich eine Weiterführung der flexiblen Mechanismen nach 2012 ab.

Ein weiteres Umsetzungshemmnis ist, dass CO2-Reduktionen aufgrund von geförderten Maßnahmen durch die KfW oder BAFA sowie die Umsetzung von Pflichtmaßnahmen nach der EnEV oder der 1.BImSchV nicht handelbar sind „

Trotz der zuletzt stark gefallenen Preise für CO2-Zertifikate sieht der LIV Hessen Möglichkeiten für eine Praxisumsetzung des Projektes. „Insbesondere der kommunikative Charakter ist eine Stärke unseres Projektes. Die Gebäudesanierer freuen sich über eine Anerkennung für ihren Einsatz für den Klimaschutz“, so Alexander Prinz.

Klima schützen und Arbeitsplätze schaffen

In der Zeltstadt rund um das Schloss Bellevue zeigte auch unsere Partnergewerkschaft IG BAU, wie man das Klima schützen und gleichzeitig Arbeitsplätze schaffen kann. Ihr 1. Vorsitzender Klaus Wiesehügel forderte, dass die ständige Diskussion über die Förderhöhe der energetischen Gebäudesanierung ein Ende haben müsse. Gleiches gelte für die Einspeisevergütungen für Solarstrom und andere Erneuerbare Energien. Die Energiewende brauche Verlässlichkeit. Nur so werden Hausbesitzer und Investoren Geld in die Hand nehmen und die Modernisierungen und Investitionen nicht verzögern.

Neben dem ZDS setzt sich auch die IG BAU für eine zügige Energiewende hin zu Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz ein. Einig ist man sich darin, dass in der Energiewende viel Potenzial für qualifizierte Arbeitsplätze steckt, zum Beispiel bei der energetischen Gebäudesanierung, aber auch bei der Installation und Wartung von Erneuerbaren Energien.

Partnergewerkschaft IG BAU wirbt für solidarisches Einkaufen

Die IG BAU nutzte die Plattform der „Woche der Umwelt“ zudem um aufzuzeigen, dass sie den Klimaschutz in ihrer eigenen Einkaufspolitik ernst nimmt. Seit mehreren Jahren bezieht sie ausschließlich Strom aus Erneuerbaren Energien. Gemeinsam mit dem PECO-Institut präsentierte sie das Projekt „Solidarisch Einkaufen & müllvermeidendes Büro“. Die teilnehmenden IG BAU-Einrichtungen richten die Beschaffung von Lebensmitteln und Aktionsmaterialien immer stärker an ökologischen und sozialen Kriterien aus. Es geht dabei um eine bessere Umsetzung der sozialen und ökologischen Standards in der eigenen Beschaffung. Dadurch ist ein Modell für ein verantwortungsvolles Einkaufsverhalten von Arbeitnehmerorganisationen entstanden.

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Gleichzeitig wird das Interesse am fairen Konsum bei den Mitarbeitern, Mitgliedern und deren Familien gefördert. Zum Projekt gehören sowohl die Umsetzung von neuen Einkaufspraktiken in den teilnehmenden Einrichtungen, aber auch Maßnahmen zur Müllvermeidung, Energieeinsparung, verantwortungsvollem Umgang mit Büromaterial und Wohlfühlen am Arbeitsplatz.

Das Projekt folgt dem Motto „müllvermeidendes Büro“. Das PECO-Institut berät, begleitet und schult die Partnereinrichtungen während der 3-jährigen Projektdauer. Mehr Informationen gibt es unter www.peco-ev.de.

(akra)

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