Tarifrunde 2017

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

der aktuelle Tarifvertrag ist gekündigt und läuft Ende 2017 aus. Im Folgenden informieren wir euch über die Entwicklungen zu der Tarifrunde 2017. Nehmt euch gerne ein wenige Zeit, um euch zu informieren, es geht schließlich um euren Lohn ab 2018.


Kündigung des Bundestarifvertrags 2016-­2017

Der ZDS Zentralverband Deutscher Schornsteinfeger e.V. - Gewerkschaftlicher Fachverband - hat fristgerecht mit Wirkung zum 31.12.2017 den aktuellen Bundestarifvertrag (BTV) 2015-2017 mit dem Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks ‐ Zentralinnungsverband ‐ gekündigt.

Hier zum Nachlesen das Schreiben an den Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerk - Zentralinnungsverband –

KÜNDIGUNG des Bundestarifvertrags für das Schornsteinfegerhandwerk 2016-2017

Sehr geehrter Herr Wilhelm,

hiermit kündigen wir den Bundestarifvertrag für das Schornsteinfegerhandwerk (BTV) 2016-2017 vom 14.12.2015 gemäß §16 fristgerecht zum 31.12.2017. Wir bitten Sie, uns den Erhalt dieses Schreibens zu bestätigen.

Ferner möchten wir Sie bitten, uns zeitnah mögliche Verhandlungstermine Ihrer Bundestarifkommission mitzuteilen. Ich setze voraus, dass auch von Ihrem Verband der Abschluss eines neuen Bundestarifvertrages im Schornsteinfegerhandwerk noch in diesem Jahr gewünscht wird. Ich bitte Sie, dies bereits bei den Terminvorschlägen entsprechend zu berücksichtigen.

Wir freuen uns auf konstruktive Verhandlungen und auf beiderseits erfolgreiche Ergebnisse.

Mit freundlichen Grüßen
Zentralverband Deutscher Schornsteinfeger e.V.
-Gewerkschaftlicher Fachverband-
Bundesverband

Daniel Fürst                
1. Vorsitzender


Erster Verhandlungstermin Terminiert

Nachdem die Kündigung fristgerecht dem ZIV zugestellt wurde konnte die Arbeitgeberseite uns bereits einen ersten Verhandlungstermin anbieten.

Die erste Tarifverhandlung wird am 15.09.2017 in Frankfurt stattfinden.

Wie immer werden wir euch nach der Verhandlung umgehend über die ersten Ergebnisse Informieren.

Eure Tarifkommission


Mitgliederinformation zur 1. Tarifverhandlung

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

am heutigen Tag fand die erste Tarifverhandlung zwischen ZDS und ZIV zur diesjährigen Tarifrunde statt. Die Verhandlung wurde ohne Ergebnis beendet.

Bei dem Gespräch wurden die derzeitigen Standpunkte beider Verbände dargestellt und Gegensätze erörtert. Insbesondere der Angleich der Ostlöhne an Westniveau, welcher vom ZDS seit einigen Jahren gefordert wird, wurde heftig diskutiert. Bereits in dem Tarifvertrag 2006/2007 einigten sich die Tarifvertragsparteien auf eine Angleichung der Löhne bis zum Jahr 2016. Leider wurde dieses Vorhaben bislang von den Arbeitgebern noch nicht umgesetzt und ist den Aussagen nach in den kommenden Jahren nicht angedacht. Indes kann sogar eine Lohnspreizung zwischen Ost- und Westlöhnen in den vergangenen Jahren verzeichnet werden.

Der ZDS machte am heutigen Tag gegenüber dem ZIV deutlich, dass es keine weiteren Verzögerungen im Bereich der Lohnangleichung von Ost- an Westlöhne geben darf. Die Arbeitnehmer in den neuen Bundesländern absolvieren dieselbe Ausbildung wie ihre Kollegen in den alten Bundesländern. Sowohl die Arbeitszeit, die Verantwortung bei der täglichen Arbeit, als auch die Arbeitsleistung sind in allen Bundesländern gleich geregelt. Daher versteht es sich von selbst, dass auch die gleichen Löhne bezahlt werden müssen.

Über die Lohnforderungen des ZDS äußerten sich die Arbeitgeber derweil nicht. Wie es scheint will sich die Tarifkommission des ZIV an der bevorstehenden Obermeistertagung erst über ein Angebot, welches dem ZDS unterbreitet werden kann, einigen. Hingegen wurde von Arbeitgeberseite in Aussicht gestellt, die Regelarbeitszeit auf 40 Stunden pro Woche erhöhen zu wollen. Dies würde zu mehr Lohn auf dem Lohnzettel führen, jedoch müsse dafür auch mehr gearbeitet werden. Der ZDS ging auf diesen Vorschlag nicht ein.

Die Forderung nach einer Änderung in den Tarifgruppen, dass Kolleginnen und Kollegen mit bestandenem Meisterbrief auch einen Meisterlohn erhalten, wurde von den Arbeitgebern kategorisch abgelehnt. Seit der Abschaffung der Gesellenjahre, welche durch die Änderung der Handwerksordnung im Jahr 2008 einherging, haben die Jungmeister keine praktische Erfahrung mehr, die sich wirtschaftlich positiv im Betrieb zeigen würde, so die Tarifkommission des ZIV. Die Arbeitnehmervertreter hingegen stellen das übergeordnete Ziel, den Meisternachwuchs mit einem höheren Lohn direkt nach bestandener Meisterprüfung zu fördern in den Vordergrund. Leider wurde dieses Argument nicht angenommen.

Auch bei der Forderung nach einem bundesweiten Versammlungstag, damit die Arbeitnehmer im Schornsteinfegerhandwerk aktiv über ihre Zukunft mitbestimmen können, zeigten die Arbeitgebervertreter deutlich, dass diese Forderung ihrer Ansicht nach indiskutabel und nicht umzusetzen ist.

Von der Tarifkommission der Arbeitgeber wurden neben einigen juristischen Klarstellungen im Bundestarifvertrag auch eine Definition der Urlaubstage für Arbeitnehmer an Heiligabend und Silvester sowie eine Definition bei der Freistellung von der Arbeit bei Wohnungswechsel gefordert. Der ZDS signalisierte, dass man über diese Forderung der juristischen Klarstellungen sprechen kann, sofern diese konkret formuliert vorgelegt werden.

Alles in allem war der heutige Verhandlungstermin sehr sachlich, dafür leider wenig konstruktiv. Es wird vermutet, dass ohne das Votum der Obermeistertagung die Tarifkommission der Arbeitgeber kein konkretes Angebot vorlegen kann, über das sich die beiden Parteien (ZDS/ZIV) unterhalten können. Der ZDS hat den Arbeitgebern in den Schlussworten aufgezeigt, dass ein Angleich der Ostlöhne an Westniveau der nächste
Schritt einer Reihe von Erfolgsmodellen im Schornsteinfegerhandwerk ist.

Neben der Einführung einer Pensionskasse, einer Ausbildungskasse, eines Mindestlohns im Schornsteinfegerhandwerk, der Definition von Schulungsvereinbarungen und der erfolgreichen Zusammenarbeit im politischen Bereich, wie beispielsweise zum Schornsteinfeger-Handwerksgesetz, ist der Angleich der Löhne auf ein bundesweit einheitliches Niveau notwendig für den Fortbestand und den Zukunftswandel im Schornsteinfegerhandwerk, insbesondere in den neuen Bundesländern.

Mit besten Grüßen
Zentralverband Deutscher Schornsteinfeger e. V.
-Gewerkschaftlicher Fachverband-
Bundesverband

Daniel Fürst
1.Vorsitzender

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