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Leitartikel

Mit Spannung haben wir alle neue Innovationen erwartet, welche die Effizienz von Feuerstätten weiter steigern und folglich den Energieverbrauch senken.

Michael Tilch
Michael Tilch /

Liebe Kolleginnen und Kollegen, die diesjährige ISH, welche die führende Messe und internationaler Branchentreffpunkt für den verantwortungsvollen Umgang mit Wasser, Energie und Gebäuden ist, ist vorbei. Mit Spannung haben wir alle neue Innovationen erwartet, welche die Effizienz von Feuerstätten weiter steigern und folglich den Energieverbrauch senken. Doch leider blieben wirkliche Innovationen oder neue Ansätze aus. Es scheint, als sei der heutige Stand der Technik der, mit dem wir weiter planen und umgehen müssen.

Daraus ergeben sich aber auch für die Schornsteinfegerbetriebe Möglichkeiten. Den Kunden muss man nun vermehrt zeigen und helfen, die vorhandenen Feuerstätten richtig und effizient zu nutzen. Umwälzpumpen, Brauchwassertemperaturen, Brennstoffzufuhr und -menge etc. Es gibt so viel Einsparpotenzial, man muss es sich nur zunutze machen.

Feuerstätten für feste Brennstoffe werden momentan von der Politik hart angegangen und man merkt, dass diese der Politik augenscheinlich ein großer Dorn im Auge sind. Statistiken zeigen: Einfamilienhäuser, welche mit Kaminöfen oder anderen Einzelraumfeuerstätten für feste Brennstoffe Heizkosten sparen wollen, verbrauchen rund 18 % mehr Energie! Dieses Ergebnis zeigt, dass der richtige Umgang mit den Feuerstätten noch nicht überall bekannt ist. Genauso die Abstimmung der Heizungsanlagen. Wenn beides eine Symbiose ergibt und bewusst und richtig genutzt wird, nur dann kann auch Energie gespart werden. Dies ist unsere Aufgabe, welche durch qualifizierte Schornsteinfegerbetriebe an die Eigentümer und Nutzer herangetragen werden muss.

ualifikation ist ein weiteres Stichwort: Schornsteinfegerbetriebe können nur bestehen oder entstehen, wenn genügend Meister vorhanden sind, welche die Bezirke besetzen und bearbeiten. Leider ist zu erkennen, dass auch die Zahl der neuen Meisterinnen und Meister in unserem Handwerk kontinuierlich sinkt. Das hat zur Folge, dass einige Bezirke nicht mehr besetzt werden können. Auflösungen sind die Folge. Diesen Missstand zu beheben, muss unser Anspruch sein – um unser Handwerk weiter mit Fachkräften zu versorgen, die vorgegebenen hoheitlichen Aufgaben zu erfüllen und weitere gute Fachkräfte auszubilden.

Nehmt euch die Zeit, den Beruf weiterzubringen. Bildet aus, und zwar immer mit dem Anspruch, einen guten und engagierten Gesellen auszubilden. Und ambitioniert diesen, auch den Meister zu machen. Ausbildung kostet Zeit und erfordert den Willen, dem Auszubildenden Wissen und Sicherheit zu vermitteln.

Wir sind in der Regel Kleinstbetriebe, welche die Hilfe eines Auszubildenden auch gut gebrauchen können. Der Luxus einer Ausbildungsausgleichskasse (AKS), welchen wir in unserem Handwerk haben, ist unbezahlbar. Die geldliche Unterstützung macht es uns ungemein leicht auszubilden. Nutzt diese Möglichkeit und bildet aus.

Euer
Michael Tilch
Regionalsekretär RV West

Innovationszentrum Schornsteinfegerhandwerk

Für die Zukunft unseres Berufs

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