Pensionskasse

Altersvorsorge im Schornsteinfegerhandwerk bei der PKS.

Seit dem Jahr 2005 ist der Betrieb verpflichtet direkt 2 % der Beitragsbemessungsgrenze für seine/n Arbeitnehmer/in in unsere Pensionskasse des Schornsteinfegerhandwerks einzuzahlen.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

seit dem Abschluss des Bundesmanteltarifvertrages vom 5. Februar 2002 und der daraus resultierenden Einrichtung der Pensionskasse des Schornsteinfegerhandwerks, haben wir ein Anrecht auf eine betriebliche Altersvorsorge.

Wir konnten erreichen, dass das bisherige Verfahren erweitert und stark vereinfacht wurde. Es gibt seitdem einen tariflichen Anspruch auf einen Arbeitgeberzuschuss, der direkt vom Betrieb abgeführt wird. Mitmachen lohnt sich!

Der Bundestarifvertrag (BTV) regelt in § 12 das Anrecht auf eine betriebliche Altersvorsorge. Der Beitrag an die Pensionskasse wird somit vom Betrieb mit 2 % der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) in der Rentenversicherung für Arbeiter und Angestellte, das heißt im Jahr 2014 mit 1.428 €, übernommen.

1. Warum betriebliche Altersvorsorge?

Um dem sinkenden Niveau in der gesetzlichen Rentenversicherung etwas entgegen zu setzen, haben wir mit der Pensionskasse des Schornsteinfegerhandwerks ein weiteres Standbein zur Absicherung im Alter, bei Erwerbsminderung und Hinterbliebenenversorgung geschaffen.

Die betriebliche Altersversorgung zahlt der Arbeitgeber. Darüber hinaus kannst Du mit eigenen Beiträgen Deine Ansprüche zusätzlich erhöhen, was durch staatliche Zulagen oder Steuerfreibeträge noch gefördert wird.

2. Warum Bayerische Versorgungskammer (BVK), warum Pensionskasse?

  • Die BVK hat seit vielen Jahrzehnten umfassende Erfahrungen mit der Versorgung unserer Kolleginnen und Kollegen, denn auch die bisherige Versorgungsanstalt der Kaminkehrergesellen (VKg) und die Versorgungsanstalt der deutschen Bezirksschornsteinfegermeister (VdBS) werden bzw. wurden dort betreut.
  • Wegen der Vertretung sehr vieler Berufszweige durch die BVK (12 selbständige Versorgungsanstalten mit z.Z. über 58 Mrd. € Kapitalanlagen) profitiert die Pensionskasse von deren wirtschaftlichen Stärke am Kapitalmarkt und damit auch von den günstigeren Anlagekonditionen.
  • Die Verwaltungskosten sind sehr niedrig, da weder Vermittlungsgebühren noch Abschlusskosten anfallen.
  • Der Verwaltungsrat der Pensionskasse besteht ausschließlich aus Kollegen, so dass wir Schornsteinfeger selbst auf die Verwendung der Beiträge und die Gestaltung der Angebote und Leistungen entscheidend Einfluss nehmen können.
  • Den Arbeitgeberzuschuss von 1.428 Euro im Jahr 2014 überweist der Arbeitgeber direkt an die Pensionskasse.
  • Bitte beachtet: Allein dieser Arbeitgeberzuschuss sichert Euch eine Rendite, die Ihr woanders aus Euren eigenen Beiträgen ohne zusätzliches Risiko kaum erreichen werdet.
  • Und denkt daran: Die Pensionskasse ist „unsere“ Kasse; der Erfolg hängt von unserem Engagement ab.

3. Welche Leistungen sind zu erwarten?

Die Leistungen zum Rentenbeginn hängen im Wesentlichen von der Höhe der eingezahlten Beiträge und der Verzinsung ab.

2 % der BBG werden durch den Arbeitgeber abgeführt. Die Leistungen können durch weitere eigene Beiträge auf 3 % oder 4 % der BBG aufgestockt werden. Der Eigenbeitrag ist dabei steuer- und sozialabgabenfrei, d.h. bei einem eigenen Beitrag von 100 € an die Pensionskasse (in Steuerklasse I) beträgt der Eigenanteil tatsächlich nur ca. 55-60 €.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der PKS erstellen für Dich gerne eine individuelle Hochrechnung auf der Grundlage Deiner bisher erworbenen Anwartschaft, Deines Alters, Tarifs und der gewählten Einzahlungshöhe.

Je mehr Beiträge entrichtet werden und je früher die Beiträge eingezahlt werden, desto höher ist durch den Zinses-Zins-Effekt Deine spätere Leistung aus der PKS.

Tarif 2002 und Tarif 2013

All diejenigen, deren Versicherungsverhältnis vor dem 01.01.2013 begonnen hat, bleiben im Tarif 2002 mit einem Rechnungszins von 3 % versichert. Dieser Zins bleibt auch dann erhalten, wenn Du den Schornsteinfegerberuf aufgibst. Du kannst auch danach noch weiter Beiträge im Tarif 2002 einbezahlen (Weiterversicherung) und die Anwartschaft bei der PKS ausbauen.

Der neue Tarif 2013 gilt für alle, deren Versicherungsverhältnis nach dem 01.01.2013 begonnen hat oder beginnen wird. Für diese beträgt der Rechnungszins 1,75 %.

Unsere Kasse bietet folgende Leistungen:

  • Altersruhegeld ab Alter 60, bei Verträgen ab dem 01.01.2012 ab Alter 62 (egal, ob Du gesetzlich noch bis 65 oder 67 arbeiten musst).

Der Rentenbeginn kann aber auch freiwillig bis max. zum 67. Lebensjahr aufgeschoben werden. Dadurch erhöht sich der monatliche Rentenanspruch.

  • Hinterbliebenenversorgung für Waisen und Witwen sowie eingetragene Lebenspartner nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz
  • Erwerbsminderungsrente für Versicherte

Tarif 2002: Teils sogar mit erhöhtem Erwerbsminderungsschutz, wenn Du noch im Schornsteinfegerberuf tätig bist.

Tarif 2013: Erwerbsminderungsschutz (EM) auch dann, wenn der Schornsteinfegerberuf nicht mehr ausgeübt wird und keine Beiträge mehr entrichtet werden. Dafür gilt abweichend von Tarif 2002 kein erhöhter Erwerbsminderungsschutz mehr. Die Absicherung gegen Erwerbsminderung nimmt erst allmählich zu. Die Höhe entspricht der jeweils aktuellen Anwartschaft auf Altersrente.

Hinweis: Je nach persönlichem Vorsorgebedarf für den Fall der Erwerbsminderung vor Erreichen der Altersrente empfiehlt es sich, den Schutzumfang individuell zu prüfen und durch weitere Vorsorge zu erhöhen.

Zwar gibt es keine Gesundheitsprüfung bei Vertragsschluss, dafür gilt aber eine Wartezeit von 720 Tagen für Erwerbsminderung durch Krankheit. Die Wartezeit gilt nicht für eine Erwerbsminderung durch Unfall.

Dynamisierung von Renten und Anwartschaften zum 1. Januar

Abhängig von der tatsächlich am Kapitalmarkt erwirtschafteten Rendite kommen noch – in beiden Tarifen– jährliche Überschussbeteiligungen in Form von Anwartschafts- und Rentendynamisierungen hinzu.

Über die bereits veranschlagte Verzinsung (dem sogenannten „Rechnungszins“) hinaus, werden damit Deine Anwartschaften abhängig von der Ertragslage noch weiter ausgebaut – auch ohne Einzahlungen.

Der am Kapitalmarkt erwirtschaftete Überschuss bleibt im Übrigen allein innerhalb der Versichertengemeinschaft und damit bei den Versicherten. Eine Abführung von Gewinnen an Dritte (beispielsweise Aktionäre) gibt es nicht, da die Pensionskasse als rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts ausschließlich die Interessen und Ziele der Versicherten verfolgt.

Mit der Pensionskasse gut aufgestellt

Kein Versicherer kann Dir sagen, wie viel man zum Rentenbeginn bekommt. Lasst Euch von Privatanbietern eine realistische Vergleichsrechnung machen. Die betriebliche Altersvorsorge, die Absicherung im Erwerbsminderungsfall und der Hinterbliebenen, der Kapitaleinsatz und die angenommene Verzinsung müssen aber bei dem Vergleich übereinstimmen. Ihr werdet Euch schwer tun, was Besseres zu finden. Außerdem haben bei der PKS – der Pensionskasse unseres Schornsteinfegerhandwerks – die Möglichkeit, die Zukunft selbst mitzugestalten.

4. Wie schließt man eine betriebliche Altersvorsorge bei der Pensionskasse ab?

Diese Verfahren haben wir stark vereinfacht!

Sind beide Seiten (Arbeitgeber und Arbeitnehmer) tarifgebunden, gilt Folgendes:

Dein Arbeitgeber ist verpflichtet, Dich bei der Pensionskasse anzumelden und Dir die betriebliche Altersversorgung bei der Pensionskasse zu zahlen (§ 12 BTV – Bundestarifvertrag für das Schornsteinfegerhandwerk 2014-2015). Somit kommt also jeder Arbeitnehmer in den Genuss unserer Kasse. Zusätzlich kannst Du (z.B. wenn Du das Gefühl hast, der Betrieb hat Dich noch nicht angemeldet) direkt einen Aufnahmeantrag an die Pensionskasse des Schornsteinfegerhandwerks (PKS) bei der Bayerischen Versorgungskammer senden. Dazu solltest Du den Aufnahmeantrag downloaden (www.schornsteinfegerkasse.de), ausfüllen und zur Versorgungskammer schicken. Diese meldet sich dann bei Deinem Chef. Keine Diskussion und kein Aufwand.

Sofern für Dich § 12 BTV nicht unmittelbar gilt, weil nicht beide Seiten tarifgebunden sind, kannst Du mit Deinem Arbeitgeber im Arbeitsvertrag vereinbaren, dass er Dich zur Pensionskasse anmeldet und Beiträge entrichtet.

5. Wie läuft der praktische Durchführungsweg mit dem Arbeitgeber?

  • Dein Arbeitgeber zahlt die Beiträge zur Pensionskasse in monatlich gleichen Beiträgen an die PKS. Du brauchst Dich um nichts zu kümmern. Dies sind im Monat immerhin 119 € steuerfrei.
  • Möchtest Du über 2 % der Beitragsbemessungsgrenze ansparen, so wird dies mit entsprechendem Lohnabzug verrechnet, nachdem Du dies bei der PKS beantragt und Deinem Arbeitgeber mitgeteilt hast. Der Einbehalt gilt für den zukünftigen Lohn, nicht rückwirkend.

6. Kann die betriebliche Altersvorsorge auch woanders abgeschlossen werden?

  • Der tariflicher Anspruch auf den Zuschuss zur betrieblichen Altersversorgung durch Entgeltumwandlung besteht ausschließlich bei der Pensionskasse. Dies ist im Bundestarifvertrag so festgeschrieben, um langfristig Planungssicherheit zu erreichen. Die Versichertengemeinschaft soll möglichst aus dem gesamten Berufsstand bestehen, damit wir gemeinsam stark sind.
  • Und: Nur bei der Pensionskasse haben Arbeitnehmer einen Anspruch auf den Zuschuss vom Arbeitgeber in Höhe von 2 % der BBG.
  • Berufspolitisch ist der Aufbau einer weiteren Säule in Form der zusätzlichen, betrieblichen Altersversorgung sinnvoll. Es ist eine wichtige stützende Maßnahme für unser Handwerk.

Weitere Informationen erhältst Du auf der Homepage der Pensionskasse des Schornsteinfegerhandwerks (PKS):

www.schornsteinfegerversorgung.de

oder telefonisch unter 089 / 9235 8279 (Bayerische Versorgungskammer, Sachgebiet Pensionskasse des Schornsteinfegerhandwerks).

Einen Artikel zu diesem Thema findet ihr auch auf den Seiten 20 - 23 unserer Fachzeitschrift "Schornsteinfeger 09.08".

Hier könnt ihr euch die Satzung der Pensionskasse herunterladen.

Hier könnt ihr Euch den neuen Antrag der Pensionskasse herunterladen.