Gebäudesektor mit großem Potenzial - Bündnis Gebäudewende Marktreport
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Vor kurzem ist der aktuelle Marktreport des Bündnisses Gebäudewende erschienen.Unter dem Titel „Gebäudewende: Daten und Trends“ beleuchtet der Report die wirtschaftliche Entwicklung des Gebäudesektors, den Stand der Wärmewende sowie aktuelle Trends bei Sanierung, Heiztechnik und Digitalisierung.
Trotz der derzeit stagnierenden Wirtschaftslage sieht der Report im Gebäudesektor großes Potenzial für Investitionen. Diese könnten wichtige Impulse für die Gesamtwirtschaft geben. Allein 2025 investierten Privatpersonen rund 307 Milliarden Euro in den Wohnungsbau. Damit überstieg das Investitionsvolumen beispielsweise die Wirtschaftsleistung von Ländern wie Portugal oder Finnland.
Auch für den Klimaschutz bietet der Gebäudesektor großes Potenzial. Maßnahmen an der Gebäudehülle, moderne Heiztechnik und digitale Lösungen können dazu beitragen, Gebäude zukunftsfähiger und klimafreundlicher zu gestalten. Gleichzeitig sind erneuerbare Energien weniger von geopolitisch bedingten Preisschocks betroffen als fossile Energieträger und stellen einen wichtigen Baustein für das Erreichen der Klimaziele im Gebäudesektor dar.
Gleichzeitig zeigt der Report, dass die Bau- und Sanierungsaktivitäten weiterhin stagnieren. Zwar wurden 2026 15,1 Prozent mehr Baugenehmigungen erteilt als im Vorjahr, die tatsächlichen Bauaktivitäten bleiben jedoch hinter dieser Entwicklung zurück. Ein Grund dafür sind die stark gestiegenen Baukosten. Seit 2021 verteuerten sich Bauleistungen bei Wohngebäuden um rund 40 Prozent, bei Nichtwohngebäuden sogar um rund 43 Prozent. Als einen der Preistreiber nennt der Report unter anderem den Irankrieg, der 2026 für einen weiteren Anstieg gesorgt habe.
Auch bei der energetischen Sanierung ist die Entwicklung rückläufig. Der Report spricht von einem „neuen Allzeittief“: Nachdem die energetische Sanierungsrate 2023 noch bei 0,70 Prozent lag, sank sie 2025 auf 0,67 Prozent.
Auf Gebäude entfallen rund 30 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs. Der größte Anteil davon entfällt auf die Wärmeversorgung. Um Klimaneutralität in Deutschland zu erreichen, sind laut dem Report daher zwei Entwicklungen entscheidend: Zum einen muss der Wärmebedarf durch Energieeffizienzmaßnahmen reduziert werden. Zum anderen muss die verbleibende Nachfrage möglichst durch erneuerbare Energien gedeckt werden.
Bei der Energieeffizienz kommt der Gebäudesektor jedoch nur langsam voran. Einsparungen beim Endenergieverbrauch waren zwischen 2020 und 2023 erstmals deutlich erkennbar. 2024 flachte diese Entwicklung bereits wieder ab. Maßnahmen wie eine bessere Dämmung der Gebäudehülle, neue Fenster, moderne Gebäudetechnik und digitale Steuerungssysteme können dazu beitragen, den Energieverbrauch weiter zu reduzieren. Dennoch bleibt der Endenergieverbrauch laut Report weiterhin auf einem hohen Niveau.
Bei den erneuerbaren Energien zeigt sich hingegen eine deutlichere Entwicklung. Seit 2010 hat sich der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch verdreifacht und liegt inzwischen bei rund 50 Prozent. Auch bei der Wärme- und Kälteversorgung ist mittlerweile ein Anstieg zu verzeichnen.
Auch auf dem Heizungsmarkt zeigen sich deutliche Veränderungen. 2025 wurden mit rund 627.000 verkauften Anlagen so wenige Heizungen abgesetzt wie seit 15 Jahren nicht mehr. Zum Vergleich: 2023 waren es noch rund 1,3 Millionen Anlagen. Im ersten Halbjahr 2026 zog der Absatz wieder an. Besonders deutlich zeigt sich dies bei den Wärmepumpen: Bereits in den ersten sechs Monaten des Jahres wurden rund 194.500 Anlagen verkauft. Der Absatz von Gas-, Biomasse- und Ölheizungen ging dagegen weiter zurück. Gasbasierte Heizungen bleiben laut Report dennoch eine wichtige Technologie im Gebäudebestand.
Auch bei der Digitalisierung der Energieversorgung ist Bewegung zu erkennen. Die Zahl der in Deutschland installierten intelligenten Messsysteme ist deutlich gestiegen. Anfang 2026 waren rund 3,09 Millionen Systeme installiert – etwa doppelt so viele wie im Vorjahr. Bis 2032 sollen Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Anlagenbetreibende flächendeckend mit intelligenten Messsystemen ausgestattet werden. Dafür müssen noch rund 54 Millionen Messstellen umgerüstet werden.
Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich bei den Batteriespeichern. Ihr Bestand wächst seit 2013 kontinuierlich und hat inzwischen mit rund 2,5 Millionen Anlagen einen neuen Höchststand erreicht.
Zusammen verfügen die Speicher über eine Kapazität von etwa 28 Gigawattstunden.
Der Marktreport zeigt damit ein ambivalentes Bild: Während erneuerbare Energien, Wärmepumpen, Batteriespeicher und digitale Technologien wichtige Entwicklungen verzeichnen, bleiben Bau- und Sanierungsaktivitäten sowie die Steigerung der Energieeffizienz hinter dem notwendigen Tempo zurück. Der Gebäudesektor verfügt damit weiterhin über erhebliches Potenzial – sowohl für wirtschaftliche Impulse als auch für die weitere Umsetzung der Energiewende.
