Klimaziele geraten außer Reichweite
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Der Expertenrat für Klimafragen warnt in seinem aktuellen Bericht davor, dass Deutschland seine langfristigen Klimaziele voraussichtlich nicht erreichen wird.
Die Emissionen blieben im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert und gingen lediglich um 0,1 Prozent zurück. Zwar sanken die Emissionen insbesondere im Industrie- und Energiesektor, gleichzeitig wurden diese Fortschritte jedoch weitgehend durch höhere Emissionen in den Bereichen Gebäude und Verkehr ausgeglichen.
Nach den aktuellen Projektionsdaten wird das gesetzlich vorgesehene Emissionsbudget bis 2026 zwar noch eingehalten. Für den Zeitraum von 2021 bis 2030 sieht das Klimaschutzgesetz einen Puffer von 4,5 Milliarden Tonnen CO₂-Äquivalenten vor. Dennoch gehen die Berechnungen davon aus, dass die tatsächlichen Emissionen bis 2030 zwischen 60 und 100 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten über dem vorgesehenen Budget liegen werden.
Besonders kritisch bewertet der Expertenrat mehrere zentrale Klimaziele. Dazu zählen das jahresscharfe Minderungsziel von 65 Prozent bis 2030, das 88-Prozent-Ziel für 2040, die Vorgaben der europäischen Lastenteilungsverordnung (ESR), die Ziele im Sektor Landnutzung und Forstwirtschaft (LULUCF) sowie das Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2045. Auch die vorgesehenen negativen Emissionen würden laut Bericht deutlich verfehlt.
„Insbesondere in den Sektoren Energiewirtschaft und Gebäude müssten die Annahmen, die den Berechnungen zugrunde liegen, aktualisiert werden“, erklärt Barbara Schlomann, Vorsitzende des Expertenrat für Klimafragen. Für beide Sektoren würden die tatsächlichen Emissionen voraussichtlich höher ausfallen als bisher angenommen.
Zusätzlich überprüfte der Expertenrat erneut das aktuelle Klimaschutzprogramm der Bundesregierung. Auch hierbei warnt das Gremium vor zu geringen Auswirkungen der vorgesehenen Maßnahmen und bestätigt damit seine Kritik aus der Stellungnahme vom 25. März. Nach Einschätzung des Rates reichen die bisherigen Maßnahmen nicht aus, um die Klimaziele bis 2040 zu erreichen.
Sollte der Expertenrat auch für das Jahr 2026 erneut eine Zielverfehlung feststellen, wäre die Bundesregierung laut Klimaschutzgesetz verpflichtet, zusätzliche Maßnahmen vorzulegen.
Der stellvertretende Ratsvorsitzende Marc Oliver Bettzüge fordert deshalb eine grundlegende Überarbeitung der Klimapolitik: „Eine Einbettung der Klimaschutzpolitik in eine kohärente politische Gesamtstrategie bleibt aus Sicht des Expertenrats eine notwendige Voraussetzung für das Erreichen der Klimaschutzziele.“
Der Bericht macht deutlich: Ohne zusätzliche Maßnahmen und eine konsequentere Klimapolitik dürfte Deutschland seine langfristigen Klimaziele verfehlen. Der Expertenrat sieht deshalb dringenden Handlungsbedarf bei der Weiterentwicklung des aktuellen Klimaschutzprogramms.
