Das Schornsteinfegerhandwerk ist im Wandel
Wer bin ich? Was mach ich hier?Schon gehört? Das Schornsteinfegerhandwerk ist im Wandel? Mit Öl- und Gasfeuerstätten darf ab 2045 nicht mehr geheizt werden. Es dürfen heute eigentlich keine mehr eingebaut werden, sobald die kommunale Wärmeplanung in den nächsten zwei Jahren greift. Vom Westen nichts Neues: So muss sich diese Nachricht wohl mittlerweile für Dich anhören, wenn die Verbände von Zukunft, Energiewende und dem neuen Handwerk reden. Oder wenn wir dich dazu bewegen wollen, nun endlich wieder die Schulbank zu drücken, damit du was Neues lernst. Irgendwas, was mit den neuen Dingen zu tun hat. Energie, Lüftung und Brandschutz: Durch ständige Wiederholung wird es einfach die Wahrheit!Mach was mit Energieberatung! Das machen alle! Sei Teil der Energiewende und wehre dich nicht gegen den notwendigen Transformationsprozess. Nutze deine Zeit – wenn denn welche bleibt, weil dein Chef wieder ein paar Häuser dazu bekommen hat.
Den Kehrbezirk nebenan hat leider keiner gewollt, weil der bisherige Bevollmächtigte leider keine Feuerstättenschau gemacht hat. Die Einzelraumfeuerstätten sind auch noch nicht aufgenommen worden oder wann diese außer Betrieb genommen werden müssen. Du wartest lieber auf den nächsten Kehrbezirk, am besten auf den, auf dem du gerade arbeitest. Dann ist die Umstellung nicht so schwer und man kennt schon mal die Häuser, deren Mängel und die Kunden. Du weißt ja, wann wer wie zu Hause ist, wo der Schlüssel versteckt ist und wer mit Vorsicht zu genießen ist. Ich lass mich aber gleich als Stellvertreter eintragen, die 400,00 € nehme ich in den nächsten Jahren noch mit, bis mein Chef in Rente geht.
Hat es uns was gebracht? Ja, unerwartet nach den ersten Zeilen, aber nicht die Menschen haben sich bewegt, sondern die Gedanken. Der ZDS geht sogar einen Schritt weiter: Wir rechnen fest damit, dass unsere Mitglieder den Zeitgeist erkannt haben. Warum glauben wir das? – Es ist alternativlos! Sind wir die einzigen? Nein, eine gesamte Industrie und viele andere Handwerksberufe stehen vor einer großen Aufgabe: Die Angst vor der Veränderung zu überwinden und Risiken einzugehen.
Aber wird es genug sein? Ab und zu haben wir das Gefühl, als ob wir auf der Titanic nochmal die Betten neu beziehen und das Deck schrubben. Bloß nicht den Kurs ändern, damit wir pünktlich am Hafen ankommen. Vielleicht kommen wir sogar früher an, wenn kein Eisberg im Weg ist. Der ZDS fordert etwas Unglaubliches: Eine Kursänderung des Kapitäns und das von der 3. Klasse aus, nicht von der ersten. Das fordern unsere Mitglieder immer mehr von den Arbeitgebern und das zu Recht. Aber leider ist es zwischen Montag und Freitag schwer, sich für die Berechnung einer neuer Route Zeit zu nehmen. Die 4. Tour muss ja fertig werden. Wir als ZDS wollen gemeinsam unsere Zukunft gestalten, ganz im Sinne der Solidarität. Es wäre schön, wenn mehr Kolleginnen und Kollegen daran arbeiten würden, mindestens so viel, wie es gerne tun würden. Der Wille des Einzelnen ist ungebrochen, aber es steigt oft das Gefühl der Überforderung hoch. Die Probleme, die auftreten, wenn man den Kurs ändert, kennt man bei der Abfahrt noch nicht.
Die neue Ausbildungsordnung hat Potential, unserem Handwerk einen neuen Kurs zu geben. Das Potential ist riesig, weil wir den Inhalt der Überschriften der Berufsbildungspunkte füllen können. Der Rahmen ist nach allen Möglichkeiten gesetzt, und doch steckt im Detail viel mehr dahinter. Wir könnten uns mit den Inhalten beschäftigen und durch die Wiederholung von Erkenntnissen dies zur Wahrheit machen. Und dann zur Wirklichkeit, die das Handwerk auch nach 2045 weiter bestehen lässt, unsere Mitglieder bis dahin und auch danach in Lohn und Brot bringen. Das Ziel verfolgt der ZDS seit 1907.
Wir brauchen Dich! Ein Leitartikel soll eine Botschaft übermitteln, eine Meinung spiegeln und eine Erkenntnis wecken. Wenn der Artikel bei dir etwas ausgelöst, dich angesprochen hat, melde Dich doch bei uns. Eine andere Art des Leitartikels, aber vielleicht brauchen wir auch gerade jetzt den Perspektivenwechsel auf der ersten Seite. Nicht wieder ein Leitartikel mit den Worten der großen Herausforderungen, vor der wir stehen. Dieses Mal auf Seite 1: Mach was im ZDS, damit sich etwas für alle ändert. Wenn du selbst nicht so weißt, wie man nun die Zukunft beginnt, über die alle reden, dann engagier dich im ZDS. Wenn sich jeder eine Stunde in der Woche bei einem Projekt engagieren würde, hätten wir viel geschafft. Denn wir sind viele, viele Kolleginnen und Kollegen. Lasst uns mal altmodisch sein, und das mit der Solidarität nochmal probieren. Vielleicht braucht man doch mal das Alte, um etwas Neues zu beginnen.
Einer von uns
Daniel Schneidhuber
Regionalsekretär