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Leitartikel

Einigkeit ist bequem – aber wir brauchen echten Dialog

Maximilian Weber
Maximilian Weber /

Seien wir ehrlich: Einigkeit ist bequem. Man nickt, geht auseinander und alles wirkt ruhig. Aber Sozialpartnerschaft ist kein Wohlfühlprogramm. Sie ist Arbeit. Und sie funktioniert nur, wenn wir auch dann miteinander reden, wenn wir nicht einer Meinung sind.Im Schornsteinfegerhandwerk prallen unterschiedliche Interessen aufeinander – das war schon immer so. Unsere Aufgabe als Gewerkschaft ist es, genau diese Unterschiede zu benennen. Nicht, um zu provozieren, sondern um die Perspektive der Beschäftigten einzubringen. Wer erwartet, dass wir immer zustimmen, erwartet keine Zusammenarbeit, sondern Gefolgschaft.

Dabei müssen wir uns nichts vormachen: An festgefahrenen Situationen sind selten nur „die anderen“ schuld. Kommunikation kann auf allen Seiten besser laufen. Gerade deshalb sollten wir lernen, Dinge nicht sofort persönlich zu nehmen. Nicht jede Kritik ist ein Angriff. Nicht jede andere Meinung eine Kampfansage. Über Kleinigkeiten darf man diskutieren – man sollte sie aber nicht zum Kern des Gesprächs aufblasen.

Problematisch wird es dann, wenn Widerspruch Folgen hat. Wenn auf Kritik Schweigen folgt. Wenn Gespräche plötzlich nicht mehr stattfinden. Oder wenn Zusammenarbeit in anderen Bereichen eingestellt wird, nur weil man sich in einer Sache nicht einig war. So darf Sozialpartnerschaft nicht funktionieren. Zusammenarbeit darf kein Druckmittel sein.

Und genauso klar sagen wir: Der ZDS kann und wird sich nicht alles gefallen lassen. Wir sind nicht dafür da, Konflikte zu vermeiden, sondern sie sachlich auszutragen. Wer uns zum Schweigen bringen will, weil wir eine andere Meinung vertreten, hat das Prinzip Sozialpartnerschaft nicht verstanden.

Wir brauchen eine Zusammenarbeit, die Meinungsverschiedenheiten aushält. Die Kritik zulässt. Die nicht bei jeder Reibung beleidigt reagiert. Denn nur so kommen wir weiter – als Berufsstand, als Betriebe und als Beschäftigte.

Sozialpartnerschaft heißt nicht, immer einer Meinung zu sein.

Sie heißt, den Dialog nicht zu beenden, nur weil es unbequem wird.

Wer bei Widerspruch schweigt oder einen eigenen Weg geht, beendet nicht den Streit – sondern die Zusammenarbeit.

Innovationszentrum Schornsteinfegerhandwerk

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