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Leitartikel

Neues Jahr, neues Glück!

Daniel Fürst
Daniel Fürst /

Liebe Kolleginnen und Kollegen,die Zeichen stehen auf Veränderung, auch und vor allem für unseren Beruf. Die Klimaschutzziele, welche inzwischen unwiderruflich fest in Gesetzen verankert sind, werden in den kommenden Jahren umgesetzt.

Daran wird sich auch durch andere Regierungskonstellationen im Bund oder in den Ländern nichts ändern. Wenn wir uns die immer extremeren Wetterlagen hierzulande und die daraus folgenden Unwetter und Naturkatastrophen ansehen, so verstehen wir immer besser, wie wichtig ein anderer Umgang mit unserer Umwelt ist. Nicht nur die ökologischen Folgen von Unwettern und Naturkatastrophen oder die existenzbedrohenden Situationen, die dadurch für viele Bürgerinnen und Bürger entstehen, sind für unsere Gesellschaft ein Problem. Auch die finanziellen Auswirkungen beispielsweise von Flutkatastrophen, wie wir sie im Ahrtal oder zuletzt in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen erlebt haben, spielen eine immer größere Rolle, auch bei Haushaltsdiskussionen in Bund und Ländern. Und trotz all dieser augenscheinlich einleuchtenden Argumente, weshalb ein nachhaltiger Umgang mit unserer Umwelt so wichtig ist, gibt es zunehmend mehr Menschen, die sich gegen jegliche Veränderung auflehnen. Ein anderer Umgang mit Ressourcen in unserem Alltag ist jedoch notwendig, wenn wir einen veränderten Umgang mit unserer Umwelt anstreben.

Derzeit gibt es viele Landwirte, die sich massiv gegen die Regierungsarbeit auflehnen. Ob dies zu Recht oder Unrecht geschieht, möchte ich an dieser Stelle unkommentiert lassen. Dennoch besteht bei diesen Leuten ein so großer Unmut gegen geplante Änderungen in der Landwirtschaft, dass es zu Protesten und Demonstrationen im großen Stil kommt. Auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen gab es in jüngster Vergangenheit Demonstrationen, Streiks und Proteste, weil notwendige Veränderungen für viele Verbesserungen notwendig sind, im Einzelnen jedoch auch zu verschlechterten Situationen führen können. So haben zum Beispiel Apotheker und auch Ärzte ihre Einrichtungen und Praxen – bis auf die Notbesetzung – tageweise geschlossen gehalten. Auch diese Berufsgruppen versuchen, durch Proteste eine Veränderung in ihrem Beruf abzuwenden. Doch bei allem Verständnis dafür, dass einige Leute veränderungsscheu sind, muss man sich in der Tat die Frage der Alternative stellen. Was geschieht denn, wenn es keine Veränderung in der Landwirtschaft, im Gesundheitswesen, bei den Apothekern, Ärzten oder dem Pflegepersonal geben würde? In ganz vielen Bereichen würde ein Stillstand für noch schlechtere Bedingungen sorgen. Durch den Sparkurs voriger Bundesregierungen spüren wir die fehlenden Investitionen, den Stillstand. Unsere Brücken, Straßen und Schienen sind marode, unsere Infrastruktur für Digitales, Strom und Wärme ist den heutigen Anforderungen nicht gewachsen. Das Gesundheitswesen kommt an seine Grenzen, soziale Leistungen werden immer häufiger zur Diskussion gestellt, die Wirtschaft strauchelt und traut sich eigene Investitionen in unserem Land nur noch zögerlich zu. Die Folge daraus: weniger Wachstum, weniger Wohlstand, weniger Klimaschutz, weniger Sozialstaat, der vor allem für die Schwächeren in unserer Gesellschaft wichtig ist. Wollen wir das wirklich? Und wenn ja, wollen wir das wirklich nur deswegen, um unsere persönliche Situation zu schützen?

Wenn sich unsere Gesellschaft den Herausforderungen der Zukunft stellen möchte, so ist es notwendig, Veränderung zuzulassen. Auch wenn das bedeutet, dass dies in manchen Bereichen erst einmal zu einer persönlichen Verschlechterung führen wird. Trotzdem muss man jeder Veränderung die Chance geben, das Ganze verbessern zu können.

Das Schornsteinfegerhandwerk hat erkannt, dass veränderte Rahmenbedingungen viele Chancen mit sich bringen, die man gewinnbringend nutzen kann. Noch nie ging es dem Schornsteinfegerhandwerk besser als heutzutage. Rekordumsätze, neue Tätigkeitsfelder, die erschlossen werden, Betriebe, die sich entwickeln und wachsen. All dies sind Zeichen dafür, dass wir verstanden haben, wie man mit Veränderungen umgehen muss. Und unser Handwerk musste in den vergangenen Jahren wahrlich viele Veränderungen hinnehmen. Und heute können wir mit Stolz von uns behaupten, eine Art gesellschaftliche Vorreiterrolle eingenommen zu haben. Denn trotz der einst düsteren Prognosen für unser Handwerk, heraufbeschworen durch den Wegfall von Öl- und Gasheizungen, beginnen viele von uns bereits heute, sich auf neue Rahmenbedingungen einzustellen – und das mit größtmöglichem Erfolg für die Betriebe und unseren Berufsstand. Andere könnten sich eine Scheibe von unserer Innovations- und Veränderungsmotivation abschneiden. Das würde sicher auch zu einem besseren Zusammenleben in unserer Gesellschaft beitragen, statt bei kleinsten Veränderungen gleich zu Protesten und Umsturzfantasien gegen unsere Bundesregierung aufzurufen.

 

Vielen Dank an alle, die sich so tatkräftig am Vorankommen unseres ehrwürdigen Schornsteinfegerhandwerks beteiligen. Macht weiter so!

 

Euer

Daniel Fürst

Innovationszentrum Schornsteinfegerhandwerk

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