Sommer, Sonne, Neuigkeiten
Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,so langsam kommt der Sommer und die allermeisten von uns bereiten sich auf einen schönen Sommer mit der Familie vor. Ob nun ein aktiver Urlaub in den Bergen oder einfach mal die Seele baumeln lassen am Meer – jeder von uns versucht die Zeit nach seinen Wünschen zu nutzen, um etwas Abstand vom Alltag zu haben und sich dem Druck und Stress zu entziehen. Wenigstens für einige Tage oder besser doch für ein paar wenige Wochen.
Denn der Alltag ist momentan für die meisten von uns wirklich herausfordernd und anstrengend. Ich möchte allen Kolleginnen, Kollegen und Bürokräften danken, die in den letzten Monaten durchgehalten haben und täglich viele Fragen der Kundinnen und Kunden beantwortet haben. Die Diskussionen rund ums Gebäudeenergiegesetz, welches in den Medien schon als „Heizgesetz“ oder auch „Habecks Heizungshammer“ bezeichnet wurde, wurden sehr intensiv und über alle Kommunikationskanäle von vielen Medien aufgegriffen und diskutiert. Leider wurde vieles auch nicht richtig dargestellt. Absichtlich oder auch unbeabsichtigt wurde hier die große Tragweite genutzt, um viel Unsicherheit und Panik zu verbreiten. Dies hat auch dazu geführt, dass es innerhalb der Regierung einiges an Zeit gebraucht hat, bis ein Gesetzesentwurf zur Beratung vorgelegt werden konnte.
Während ich diesen Artikel verfasse, ist noch nicht klar, ob der zweite Gesetzesentwurf im Deutschen Bundestag und im Bundesrat behandelt werden kann und somit endlich Klarheit über die anstehenden Regelungen in der Gebäudebeheizung herrschen wird. Ich kann uns nur wünschen, dass es Klarheit gibt, um einen Fahrplan zu bekommen, wie die Wärmeversorgung umgestellt werden soll. Klar ist bisher nur, dass bis zum 01.01.2045 die gesamte Gebäudebeheizung klimaneutral sein muss. Diese Ziele sind bereits von der Vorgängerregierung im Klimaschutzgesetz verankert worden, sodass, selbst wenn man es wollte, diese Regelung nicht geändert werden darf. Für uns geht es also nicht um die Frage, ob sich hier vieles ändert, sondern nur darum, ob es jetzt beginnt und zügig, aber eben nicht abrupt weniger wird, oder ob es noch ein paar Jahre so weiterlaufen kann und der Umbruch dann umso schneller kommt. Ich denke, je gleichmäßiger dieser Wandel passiert, umso besser können wir uns darauf einrichten und schauen, wie wir diese Umstellung gestalten können und wollen.
Sobald wir Neuigkeiten zu diesem Thema haben, werden wir euch so schnell wie möglich umfassend informieren und natürlich auch Schulungen zu all den Themen vorbereiten und anbieten.
Um eben den daraus und aus weiteren Faktoren bereits bekannten Wandel zu gestalten, haben wir als ZDS Anfang Juni in Nürnberg einen breit angelegten Diskussionsprozess eingeleitet und fordern alle unsere Mitglieder auf, sich an diesem zu beteiligen. Wir müssen uns die Frage stellen, wie unsere Zukunft aussehen soll und wie wir diese Ziele erreichen werden. Hierbei sollten wir uns völlig frei machen und keine Möglichkeit von vornherein ausschließen. Wir Schornsteinfegerinnen und Schornsteinfeger wissen schon einige Jahre, dass diese Veränderungen auf uns zukommen, und haben uns dazu schon oft Gedanken gemacht. Neu ist nur, dass wir nun den Zeitrahmen abschätzen können und die ersten Auswirkungen bereits spüren.
Bei diesen Gesprächen ist es uns wichtig, möglichst viele unserer Mitglieder zu beteiligen und Ideen zu sammeln, wie unser Beruf im klimaneutralen Gebäudebestand aussehen kann. Welche Tätigkeiten führen wir aus? Welche Betriebsstrukturen müssen vorhanden bzw. erreicht werden? Wie soll unsere Ausbildungsordnung aussehen? Welchen Namen soll unser Beruf einmal tragen? Wie wollen wir unsere Weiterbildungen durchführen? Dies sind nur einige Fragen, die es zu beantworten gilt, und dazu möchte ich euch alle einladen.
Nur wenn wir dies erreichen und gemeinsam mit unserem Sozialpartner ein klares Bild unserer Zukunft erreichen, kann der Wandel gelingen. Dies gilt selbst dann, wenn man in einzelnen Fragen unterschiedliche Ansichten haben wird. Denn unterschiedliche Verbände haben unterschiedliche Perspektiven und somit immer auch unterschiedliche Meinungen. Lasst uns gemeinsam am Großen arbeiten und uns nicht im Klein-Klein verlieren.
Ich wünsche uns allen eine schöne Sommerzeit!
Euer
Norman Wegert